Anatomisches Klappmodell des weiblichen Körpers

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Modell aus Karton mit aufklappbaren Darstellungen von Muskelbau, Gefässen, Organen und Skelett der Frau sowie Darstellung einer Zwillingsschwangerschaft. Dazu eine Broschüre mit der Legende der nummerierten Körperpartien.
Das Klappbild ist undatiert, entstand aber vermutlich um 1900. Obwohl die weiblichen Geschlechtsorgane damals schon gut erforscht waren, sind sie auf dem Modell nur unvollständig dargestellt, so wie zur damaligen Zeit üblich. Hingegen sind Organe und Prozesse, die mit der Fortpflanzung zusammenhängen, detailliert abgebildet. Die weibliche Sexualität diente in erster Linie der Fortpflanzung. Dies stand im Zusammenhang mit dem Rollenverständnis des 19. Jhs., welches die aufopfernde und häusliche Frau und Mutter idealisierte.

Erste Klappmodelle der menschlichen Anatomie wurden bereits im 16. Jh. veröffentlicht. Mit den volksheilkundlichen Büchern des sächsischen Naturheilkundlers Friedrich Eduard Bilz (1842–1922) fanden solche Klappbilder ein breites Publikum. Das sogenannte Bilz-Buch wurde 1888 publiziert und hatte eine millionenfache Auflage. Auch dieses Klappmodell orientiert sich an den Darstellungen von Bilz.
unbekannt
um 1900
H. 49.8, B. 45 cm
Karton, bedruckt; Papier, bedruckt
T 28598
Gaby Sutter, Mutterschaft, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.09.2010. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016101/2010-09-02/, aufgerufen am 16.12.2024.

Daniel Haag-Wackernagel, Die Klitoris – Teil 1, Entdeckt, ignoriert und verleugnet – die erstaunliche Geschichte des Bulbo-Klitoralorgans, in: Frauenarzt 2021/6, S. 402–407.

Schlagwörter: Bildungswesen, Gesundheitswesen, Hygiene