Eckiger Gebäckmodel für die Ausformung von vier Tirggeln (flaches Honiggebäck), aus dem Haushalt Brodtbeck in Frauenfeld

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  Gipsabguss vom Model (Matrize)

Pressform für zwei querformatige und zwei hochformatige Gebäcke.

Die zwei querformatigen Formen mit Sprüchen in Rauten: «Nicht alles ist Gold was glenzt» und «Lebe so wie wann du stirbst wünschen wirst gelebt zu haben», in den Ecken Sternblüten, Lilien und Rosen.

Die beiden hochformatigen Felder mit Sprüchen und Darstellungen:
«Ich lied[b] die Jegerey u: bleibestets darbey unser aufenthalt ist in dem grünen wald», darüber Jägerin und Jäger mit Hund unter Baum.
«Gut nacht seppe kom zumer ind hötte wend ten magst», darüber Senner und Sennerin mit Gämse (?) unter Baum.
In Thundorf wurden Kinder am Examen seit 1751 mit Tirggeln beschenkt. Allerdings mussten sich die Schüler und Schülerinnen das Süssgebäck zuerst verdienen. Wer lesen konnte und sechs Psalmen sowie zwei Gebete auswendig gelernt hatte, bekam zwei, alle anderen einen Tirggel.
1. Drittel 19. Jh.
H. 20, B. 16.5, T. 2.6 cm
Birnbaumholz, geschnitzt; Platte unterlegt mit Fichtenholz
T 2493
Alte Zürcher Gebäckmodel, Katalog zur Ausstellung im Haus zum Rechberg Zürich, Zürich 1970, S. 33 u. 60, Nr. 83.

Annemarie Zogg, Rober Hirt, Zürcher Gebäckmodel (Schweizer Heimatbücher, 148/149), Bern 1970.
Schlagwörter: Brauchtum, Hauswirtschaft, Kunsthandwerk, Essen, Gerät