Fasszierde von einem Weinfass mit plastisch gestaltetem Wappenschild und Helmzier der Gerichtsherren von Roll zu Mammern und Neuburg

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Prunkvoll verzierte Fässer gehörten seit dem Barock bis ins 18. Jh. zur Ausstattung von herrschaftlichen Weinkellern. In den Fässern konnten bis zu 120 000 Liter Wein gelagert werden. 48 000 Liter Wein fasste das grösste, heute noch erhaltene historische Weinfass, das ehemals im Weinkeller des Kartäuserklosters Ittingen stand.
Historische Weinfässer aus der Zeit vor 1800 sind kaum noch erhalten. Da sie aufgrund der intensiven Abnutzung nicht mehr zu gebrauchen waren, wurden sie entsorgt oder zerlegt und die Dauben anderweitig verwendet. Erhalten geblieben sind die Schnitzwerke der ehemaligen Weinfässer.

Die Altdorfer (UR) Familie von Roll stellte mit Karl Emanuel (1573–1654) den eidgenössischen Landvogt im Thurgau von 1619 bis 1621/1622.
1620, während seiner Thurgauer Regentschaft, erwarb dieser zusammen mit seinen Brüdern Johann Walter (um 1579–1639) und Johann Peter die Herrschaft Mammern. Ab 1621 erbauten sie dort das?Neue Schloss.
17. Jh.
H. 112, B. 65, T. 18 cm
Eichenholz, geschnitzt
T 24967
Vom Wein und vom Wohlstand, Weinbau und Weinhandel in der Kartause Ittingen von der Klosterzeit bis heute (Ittinger Schriftreihe, Bd. 8), 2017, S. 22.
Schlagwörter: Herrschaft, Heraldik, Kunsthandwerk, Behältnisse, Trinken