Fotografie: Altarbild des hl. Johannes Chrysostomus von Sebastiano del Piombo (um 1485–1547), aus der Fotografie-Sammlung der Familie Bachmann, Besitzerin von Schloss Frauenfeld

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 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia  Bildausschnitt.
Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia
 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia

Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia

Reisesouvenir in Form einer frühen Schwarz-Weiss-Fotografie eines italienischen Werks, 1510–1511 für den Hochaltar in der Kirche San Giovanni Crisostomo in Venedig angefertigt.
Der im Profil abgebildete sitzende und schreibende Heilige ist von Johannes dem Evangelisten, Johannes dem Täufer, dem hl. Theodor, der hl. Katharina von Alexandrien, der hl. Lucia und von Maria Magdalena umgeben.
Der Bildausschnitt fokussiert auf die drei Frauen links im Bild und rückt Maria Magdalena mit ihrem offenen, aus dem Bild gerichteten Blick ins Zentrum der Komposition.
Bildunterschrift Gesambild: «1989 – VENEZIA – Chiesa S. Giov Crisostomo - Fra Sebastiano dal Piombo S. Cristostomo e Santi (ripr. Interdetta) C. NAYA. Venezia».
Bildunterschrift des Ausschnitts «[?]990 – VENEZIA – Chiesa S. Giov. Crisostomo – Fra Sebastiano dal Piombo S. Cristostomo e Santi (dettaglio) (ripr. interdetta) C. NAYA. Venezia».
Das Altarbild befindet sich noch heute in der Kreuzkuppelkirche San Giovanni Crisostomo in Venedig, welche nach einem Brand im 15. Jh. neu errichtet wurde.

War im 18. Jh. vornehmlich der Adel auf Bildungsexpeditionen unterwegs, entwickelte sich im 19. Jh. ein Tourismus für breite Kreise, die Schwarz-Weiss-Fotografien als Erinnerungsstücke mit nach Hause brachten. Idyllische Naturansichten, antike Ruinen, Stadtveduten oder Aufnahmen von bekannten, vor Ort besichtigten Kunstwerken waren beliebte Motive. Das Geschäft mit den Lichtbildern florierte und deren Nachfrage befeuerte die rasante technische Entwicklung der Fotografie.

Carlo Naya (1816–1882), ein italienischer Reise- und Architekturfotograf, war für seine Gebäudeaufnahmen und Stadtveduten von Venedig bekannt. nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Pisa ermöglichte ihm eine Erbschaft längere Reisen in Europa, Nordafrika und Asien. 1857 eröffnete er ein Fotoatelier in Venedig, das nach seinem Tod fortgeführt wurde. Neben architektonischen Motiven fotografierte er den Alltag der mittellosen Bevölkerung Venedigs wie beispielsweise Schreiber für die Analphabeten der Stadt oder Zigarettenstummelverkäufer. Den Vertrieb seiner Fotografien übernahm Carlo Ponti. 1920 kaufte der Verleger und Kunstsammler Osvaldo Böhm die etwa 5000 Negative des Fotoarchivs von Naya und eröffnete sein Fotogeschäft «O. Böhm Fotografo-Editore» in Venedig, das bis in die späten 1980er-Jahre aktiv war. Heute befindet sich das Naya-Böhm-A

Digitales Archiv Alinari: ACA-F-013229-0000.
«Pala di San Giovanni Crisostomo di Sebastiano del Piombo conservata presso la chiesa di San Giovanni Crisostomo a Venezia.»
Naya, Carlo (1816–1882), italienischer Reise- und Architekturfotograf
2. Hälfte 19. Jh.
H. 39, B. 30 cm, Bildmass H. 25.5, B. 20 cm
Schwarz-Weiss-Fotografie auf Albuminpapier, geklebt auf Karton
T 38644.230 / T 38644.226
Elena Roncaglia, Carlo Naya fotografo veneziano, Il ruolo della fotografia del XIX secolo nella rappresentazione del paesaggio urbano, Dissertation, Padua 2009.

Fine Arts Library (FAL) Harvard University, Osvaldo Böhm collection of Venetian art and architecture, 1860-ca. 1988. https://hollisarchives.lib.harvard.edu/repositories/19/resources/1179, aufgerufen am 26.02.2024.

memoria fotografica, Italienbilder aus der kunsthistorischen Fotothek, Begleitheft zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg 14.11.2014 bis 24.01.2015, Heidelberg 2014.

National Galleries Scotland, Carlo Naya. https://www.nationalgalleries.org/art-and-artists/artists/carlo-naya, aufgerufen 29.11.2023.

Venedig, Florenz, Neapel, Ein fotografisches Reisealbum, 1877, Aufnahmen von Carlo Naya, den Fratelli Alinari und Giorgio Sommer, Frankfurt am Main 2017.
Schlagwörter: Hauswirtschaft, Wohnen, Reisen, Andenken, Fotografie, Malerei, Kirche, Religion