Fotografie: Innenhof des Dogenpalasts (Palazzo Ducale) in Venedig, aus der Fotografie-Sammlung der Familie Bachmann, Besitzerin von Schloss Frauenfeld

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 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia
 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia

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Reisesouvenir in Form einer frühen Schwarz-Weiss-Fotografie mit Ausschnitt eines Gebäudes, ergänzt durch Figurenstaffage.
Bildunterschrift: «3651 – VENEZIA – Palazzo Ducale», «Il Cortile (opera di vari stili 1423–1604)», «C. NAYA Venezia».
Der Dogenpalast in Venedig, ehemaliger Regierungs- und Verwaltungssitz der Republik Venedig und Residenz des Dogen, war durch seine besondere Architektur bereits im 19. Jh. eine Attraktion für Reisende und ein beliebtes Fotomotiv. Das Gebäude im Stil der venezianischen Gotik, Mitte des 14. bis Mitte des 15. Jhs. erbaut, verband Formen der klassischen Gotik mit an der Ästhetik des Orients angelehnten Elementen, inspiriert von der byzantinischen und islamischen Kunst. Weitere bauliche Eingriffe im Laufe der Jahrhunderte führten zu Ergänzungen im Stil der Renaissance und des Barocks. Der Innenhof des Palastes war der Bevölkerung zugänglich und dessen zwei Brunnen dienten der öffentlichen Wasserversorgung.

Carlo Naya (1816–1882), ein italienischer Reise- und Architekturfotograf, war für seine Gebäudeaufnahmen und Stadtveduten von Venedig bekannt. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Pisa ermöglichte ihm eine Erbschaft längere Reisen in Europa, Nordafrika und Asien. 1857 eröffnete er ein Fotoatelier in Venedig, das nach seinem Tod fortgeführt wurde. Neben architektonischen Motiven fotografierte er den Alltag der mittellosen Bevölkerung Venedigs wie beispielsweise den Schreiber für die Analphabeten der Stadt oder einen Zigarettenstummelverkäufer. Den Vertrieb seiner Fotografien übernahm bis zu ihrem Zerwürfnis der aus dem Tessin stammende Erfinder optischer Instrumente und königliche Fotograf Carlo Ponti (um 1822–1893). Nach Nayas Tod wurden die Geschäfte von seiner Frau und ihrem zweiten Ehemann weitergeführt. 1920 kaufte der Verleger und Kunstsammler Osvaldo Böhm die etwa 5000 Negative des Naya Fotoarchivs und eröffnete sein Fotogeschäft «O. Böhm Fotografo-Editore» in Venedig, das bis in die späten 1980er-Jahre aktiv war. Heute befindet sich das Naya-Böhm-Archiv in der Fine Arts Library (FAL) der Harvard Universität (USA).

Digitales Archiv Alinari: FCC-F-010856-0000.
«Il cortile del Palazzo Ducale a Venezia.»
Naya, Carlo (1816–1882), italienischer Reise- und Architekturfotograf
um 1880
H. 39, B. 30 cm, Bildmass H. 19.5, B. 25 cm
Schwarz-Weiss-Fotografie auf Albuminpapier, geklebt auf Karton
T 38644.207
Elena Roncaglia, Carlo Naya fotografo veneziano, Il ruolo della fotografia del XIX secolo nella rappresentazione del paesaggio urbano, Dissertation, Padua 2009.

memoria fotografica, Italienbilder aus der kunsthistorischen Fotothek, Begleitheft zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg 14.11.2014 bis 24.01.2015, Heidelberg 2014.

Venedig, Florenz, Neapel, Ein fotografisches Reisealbum – 1877, Aufnahmen von Carlo Naya, den Fratelli Alinari und Giorgio Sommer, Frankfurt am Main 2017.

National Galleries Scotland, Carlo Naya. https://www.nationalgalleries.org/art-and-artists/artists/carlo-naya, aufgerufen 29.11.2023.

Fine Arts Library (FAL) Harvard University, Osvaldo Böhm collection of Venetian art and architecture, 1860-ca. 1988. https://hollisarchives.lib.harvard.edu/repositories/19/resources/1179, aufgerufen am 26.02.2024.

Auktionshaus Lempertz, Künstlerverzeichnis Carlo Ponti. https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/ponti-carlo.html, aufgerufen 16.05.2024.
Schlagwörter: Hauswirtschaft, Wohnen, Reisen, Andenken, Fotografie, Vedute, Städtebau, Architektur