Glasmalerei: Bildscheibe der Barbara Loser (Looser) und des Valentin Bösch (Boesch), Schreiber von Oberwies (Gemeinde Lütisburg im Toggenburg SG) und Rottmeister zu Wattwil und Kappel (SG), mit Szenen aus der Fabel vom Storch und Fuchs nach dem radierten Emblem XXXIII von Christoph Murer (1558–1614) in der «Emblemata miscella nova» (Musterbuch), aus der Glasgemäldesammlung der Familie Bachmann, Besitzerin von Schloss Frauenfeld

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Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)
Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)

Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)

Abgebildet ist, wie ein Fuchs einen Storch zu Gast empfing und ihm leckere Speisen vorsetzte, allerdings ganz bewusst nur auf sehr flachen Schüsseln, so dass dieser mit seinem langen Schnabel davon nichts fressen konnte. Am nächsten Tag lud der Storch den Fuchs zum Mahl ein und tischte auch ihm Leckerbissen auf. Aus Rache offerierte er diese aber in langhalsigen Gefässen, in die der Fuchs sein Maul nicht stecken konnte, während der Storchenschnabel damit kein Problem bekundete.
Die seitlich stehenden, allegorischen Frauengestalten verkörpern den Tastsinn (Tactus) mit dem Vogel, dem Arm in der Schlinge und dem eingebundenen Finger und das Gedächtnis (Memoria) mit dem Hund und der Schrifttafel.

Valentin Bösch (1591–1644) gelangte über seine zweite Gemahlin Barbara Loser in den Besitz von Haus und Hof im Müsli bei Wildhaus und auf der Egerten bei Alt Sankt Johann (SG).

Die Scheibe gehörte zur Sammlung von Johann Niklaus Vincent (1785–1865) in Konstanz, der in den Jahren von 1816 bis 1865 Glasgemälde zusammentrug, die 1891 von seinen Erben an einer Auktion in Konstanz versteigert wurden, an welcher der Sammler Jakob Bachmann die Malerei erwerben konnte.
Jegli, Hans Ulrich, zugeschrieben (1604–1654), Glasmaler
1637
H. 42.4, B. 35.2, T. 1.5 cm, Lichtmass: H. 35.7, B. 28.7 cm
Farbloses Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb, Eisenrot sowie blauer, grüner und violetter Schmelzfarbe; rückseitig die eingeritzte Brandmarke?"0"
T 6472
https://vitrosearch.ch/de/objects/2659849, aufgerufen am 14.01.2022.
Schlagwörter: Kunsthandwerk, Brauchtum, Hauswirtschaft, Heraldik, Landschaft, Allegorie, Tier