Glasmalerei: Scheibe mit Allianzwappen der Elisabeth Rugg von Tannegg und des David Studer von Winkelbach, Rat, Truppenführer, Hofmeister und Gesandter in Mailand des Fürstabts von St. Gallen

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Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)
Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)

Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Freiburg i. Ü.)

Oberbilder mit Bibelszene aus 1. Buch Samuel 25, 25 nach der Luther-Bibel, in welcher Abigail mit reich beladenen Eseln David, dem Namenspatron des Stifters, entgegentritt und vor ihm für ihren Ehemann Nabal Abbitte leistet.
David Studer von Winkelbach (1551–1614) wurde als Sohn von Joseph Studer, Hauptmann in französischen Diensten, und der Margaretha Zollikofer im Schlösschen Winkelbach in St. Fiden in Tablat (heute Gemeinde St. Gallen) geboren. Er war katholischer Konfession und Edelknabe am königlichen Hof in Paris. Danach absolvierte er eine militärische Laufbahn in französischen, später in spanischen Diensten in Italien, war fürstäbtlich-sanktgallischer Rat und Truppenführer sowie 1582–1614 Hofmeister der Fürstabtei St. Gallen. 1604 begab er sich als Gesandter des Abts nach Mailand zur Erneuerung der Soldallianz mit Spanien.
Er war mit Elisabeth Rugg von Tannegg verheiratet. Die dem Bischof von Konstanz unterstehende Herrschaft von Tannegg im Kanton Thurgau wurde bis 1432 von bischöflichen Vögten aus der St. Galler Familie Rugg verwaltet. Der Zusatz?«von Tannegg»?blieb später bestehen.

1891 erwarb der Historische Verein des Kantons Thurgau mehrere Scheiben an der Auktion in Konstanz, an welcher die Sammlung von Johann Niklaus Vincent (1785–1865) versteigert wurde. Vincent trug in den Jahren von 1816 bis 1865 Glasgemälde und weitere Antiquitäten zusammen.
Der Auktionskatalog wies über hundert Scheiben thurgauischer Provenienz auf.
Allerdings fehlten dem Historischen Verein die finanziellen Mittel für den Scheibenankauf, weshalb er von der Thurgauer Regierung mit CHF 500.– und von der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit CHF 1000.– unterstützt wurde. Auch das Festkomitee des Eidgenössischen Schützenfestes steuerte CHF 500.– bei.
1595
H. 33, B. 23.5 cm, Lichtmass: H. 30, B. 20 cm
Farbloses und farbiges Glas; rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb und Eisenrot sowie blauer und grüner Schmelzfarbe
T 805
https://vitrosearch.ch/de/objects/2654945, aufgerufen am 10.01.2022.
Schlagwörter: Kunsthandwerk, Brauchtum, Herrschaft, Kloster, Militaria, Heraldik, Religion, Landschaft