Gnadenbild: Maria mit Jesuskind, Gnadenbild im Kapuzinerinnenkloster Wonnenstein in der Gemeinde Teufen (AR)

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 Vorderseite  Rückseite
 Vorderseite

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Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Maria als «Schwarze Madonna», die Gnadenmutter von Wonnenstein mit Jesuskind im Arm. Darunter das Kloster Wonnenstein. Bildunterschrift: «Gnadenbild im Kloster Wonnenstein».

Rückseite mit «Gebet zur Gnadenmutter»:
«(Von Schw. M. Bernardine Ledergerber gest. 1847 im Rufe der Heiligkeit)»
«O allerheiligste Jungfrau Maria, die du alle Augenblicke stehst vor dem Throne der allerheiligsten Dreifaltigkeit und der erlaubt ist, für uns zu bitten zu aller Zeit, gedenke meiner alle Stunden bei deinem liebsten Sohn. Bitte für mich, so oft ich es bedarf, stehe mir bei, streite für mich, danke für mich, und erlange mir Verzeihung aller meiner Sünden. Besonders in meiner letzten Stunde stehe mir bei. Und wenn ich nicht mehr hören, nicht mehr sehen, nicht mehr reden kann, dann barmherzigste Mutter, dann stehe mir bei. Tröste mich, zeige mir die gebenedeite Frucht deines Leibes, zeige, dass du meine Mutter bist, meine wahre und barmherzigste Mutter, wiewohl ich dein unwürdiges Kind bin, und führe meine arme Seele in die ewige Seligkeit, Gott mit dir und allen Heiligen auf ewig zu loben. Amen.»

Genehmigungsklausel: «Mit Approbation des hochwürdigsten Bischofes von St. Gallen.»






Das in Teufen (AR) liegende Kloster Mariä Rosengarten Wonnenstein ist seit Ende des 16. Jhs. ein Kapuzinerinnenkloster.
1820 legte Bernardine Ledergerber (1801–1847) als Bernardine Scholastica Josefa ihr Gelübde in Wonnenstein ab und war dort von 1832 bis 1841 Oberin. Sie soll verschiedene Visionen gehabt und zudem Stigmatisationen erfahren haben. So soll ihr bei der Primiz-Feier ihres Bruders Pater Rupert 1833 in der Klosterkirche Einsiedeln eine Stimme den Auftrag gegeben haben, ein Abbild der Einsiedler Madonna für Wonnenstein anfertigen zu lassen. 1834 wurde die Kopie eingeweiht. In der Folge entwickelte sich das Kloster aufgrund des Gnadenbilds zu einem prominenten Pilgerort. Anfänglich stand die «Schwarze Madonna» im Bethaus des Klosters und ab 1923 im linken Seitenaltar der Kirche.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil 1963 war die Herausgabe «Kleiner Andachtsbilder» der kirchlichen Zensurstelle, das heisst dem Bischof oder dem Generalvikar des Bistums unterstellt, welcher die Druckerlaubnis für die Blätter erteilen musste, bevor sie in den Verkauf gelangen konnten. Psychologische und sexuelle Themen sowie Darstellungen von Eheproblemen waren nicht erlaubt.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
um 1900
H. 9.9, B. 5.8 cm
Schwarz-Weiss-Fotografie auf Papier, (Bromsilberpapierabzug?), Kombinationsdruck (Fotomontage), Buchdruck (Rückseite), Rand mit Goldauftrag (Blattgold) auf Klebegrund
T 30340
Rainald Fischer, Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden (Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 74.), Basel 1984, S. 538–556.

Christian Schweizer, Wonnenstein, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.11.2013. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007456/2013-11-20/, aufgerufen am 27.07.2023.

https://www.wonnenstein.ch/klosterkirche/, aufgerufen am 03.05.2022.

http://abbatiscella.blogspot.com/2010/02/von-wonnenstein-skizze-von-dr-m.html, aufgerufen am 21.07.2023.
Schlagwörter: Fotografie, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche, Kloster