Grafik: Darstellung des hl. Andreas mit Szenen aus seiner Vita

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Der in Aufsicht dargestellte stehende Heilige hält in seiner rechten Hand eine Schnur, an welcher zwei Fische hängen. Mit seiner Linken rafft er den Saumzipfel seines Kleides. Dadurch wird die Sicht frei auf den unteren Teil des X-Kreuzes, das auf der linken Seite des Heiligen steht.
Hinter ihm Szenen aus seiner Legende. Rechts sein Martertod am Kreuz. Links hält der Heilige seine bewaffneten Anhänger davon ab, für ihn zu kämpfen.

Es handelt sich um eine Seite aus dem Buch «Catalogue de l'œuvre gravé», eine Zusammenstellung der Werke von Jacques Callot, die 1927 von Jules Lieure (1866–1948) in Paris herausgegeben wurde.
Andreas gehört zu den ersten Jüngern von Jesus, zuvor war er Anhänger von Johannes dem Täufer. Seit dem 14./15. Jh. wird er mit dem X-förmigen Kreuz dargestellt, in Anlehnung an seinen Kreuztod. Zu seinen Attributen gehören Fische, da er von Beruf Fischer war, weshalb er der Schutzpatron dieser Berufsleute ist. Nach den Berichten der Kirchenväter soll Andreas das Evangelium in Vorderasien verbreitet haben. So auch in der Hafenstadt Patras, wo er die Frau des Statthalters bekehren konnte, jedoch zum Götzendienst gezwungen wurde. Andreas weigerte sich und wurde zum Tod am Kreuz verurteilt, worauf sich seine zahlreichen Anhänger mobilisierten. Der Heilige hielt sie jedoch von Ausschreitungen ab.
18. Jh.
Bildmass: H. 16.8, B. 8.7 cm
Kupferstich kombiniert mit Radierung auf Velinpaper, geklebt auf Vergépapier
T 31496
Jules Lieure, Jacques Callot. Catalogue de l'œuvre gravé, Paris, Editions de la Gazette des Beaux-Arts, Paris 1927, Bd. III, Nr. 1302.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Wohnen, Religion katholisch, Brauchtum