Grafik: Darstellung des hl. Johannes mit Szenen aus seiner Vita

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Der in Aufsicht dargestellte stehende Heilige hält mit seiner rechten Hand einen Kelch, woraus das Gift in Form einer geflügelten Schlange entweicht, nachdem er mit seiner Linken das Kreuz über dem Gefäss geschlagen hat. Hinter ihm weitere Szenen aus seiner Heiligenlegende. Links sein Martyrium im Ölbad, das er überlebte, worauf er auf die Insel Patmos verbannt wurde, wo er das Buch der Offenbarung geschrieben haben soll, was rechts im Bild zu sehen ist.

Es handelt sich um eine Seite aus dem Buch «Catalogue de l'œuvre gravé», eine Zusammenstellung der Werke von Jacques Callot, die 1927 von Jules Lieure (1866–1948) in Paris herausgegeben wurde.
Der Apostel Johannes gilt als der Lieblingsjünger von Jesus Christus und als Verfasser des vierten Evangeliums. Gemäss der Legenda aurea, eine Sammlung von Heiligenlegenden, die um 1264 vom Dominikaner Jacobus de Voragine auf Lateinisch verfasst wurde, soll sich Johannes geweigert haben, Opfergaben im Artemis-Tempel in Ephesus darzubringen. Darauf habe ihn Aristodemus, der Oberpriester, gezwungen, Gift zu trinken. Der Heilige hätte den Giftkelch bekreuzigt, weshalb das Gift in Form einer Schlage entwichen sei und Johannes den Kelch leeren konnte. Im Jahr 95 soll er nach Rom gebracht worden sein und an der Porta Latina das Martyrium im Ölkessel überlebt haben, da sich das Öl in ein erfrischendes Bad verwandelt hätte. Er wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der Offenbarung schrieb. 
18. Jh.
Bildmass: H. 13.6, B. 8.4 cm
Kupferstich kombiniert mit Radierung auf Velinpaper, geklebt auf Vergépapier
T 31495
Jules Lieure, Jacques Callot. Catalogue de l'œuvre gravé, Paris, Editions de la Gazette des Beaux-Arts, Paris 1927, Bd. III, Nr. 1304.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Wohnen, Religion katholisch, Brauchtum