Grafik (Faltblatt): Porträt von Maria Bernarda Heimgartner, Gründerin der Menzinger Ordensgemeinschaft, ein katholisches Bildungs- und Krankenpflegeunternehmen

zurück

 Vorderseite  Innenseiten
 Vorderseite

Vorderseite

Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Brustporträt von Heimgartner als junge Ordensoberin im Habit der Franziskanerin.
Bildunterschrift: «Frau Mutter Bernarda Heimgartner, Mitgründerin und erste Oberin der Kongregation der Lehrschwestern vom heiligen Kreuze in Menzingen, Kt. Zug, 1822–1863».
Innenseiten mit Lebensbeschreibung der Schwester. Rückseite mit Gebet.
Aufruf an die Gläubigen:
«Viele versichern, durch die Fürbitte von Frau Mutter Bernarda von Gott besondere Hilfe erlangt zu haben. Wem eine Gnadenerweisung dieser Art bekannt ist, möge dies berichten an: Mutterhaus der Lehrschwestern vom hl. Kreuze, Menzigen, Kt. Zug, Schweiz.»

«Imprimatur: Solodori, die 14. XII. 1949 / Dr. Lisibach, Vic. generalis.» Druckerlaubnis von Dr. Gustav Lisibach in Solothurn, dem Generalvikar des Bistums Basel, dessen Residenzstadt seit 1828 Solothurn ist.
Die franziskanische Frauenkongregation der Lehrschwestern Menzingen (Schwestern vom Heiligen Kreuz) wurde 1844 gegründet. Unter ihr entstanden ab 1851 das Lehrerinnenseminar im Mutterhaus in Menzingen, Gemeindeschulen in der Innerschweiz, Kindergärten im Tessin sowie eine Arbeits-, eine Hauswirtschafts- und eine Kantonale Katholische Mädchenschule in St. Gallen. 1907–1998 leiteten die Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz Seminare für Arbeitslehrerinnen, 1919–1998 Seminare für Hauswirtschaftslehrerinnen, 1927–1996 Seminare für Kindergärtnerinnen und 1899–1989 ein Lehrerinnenseminar in Bulle (FR). Töchterpensionate gab es in Rorschach (SG), in Bulle und in Veltlin (ITA, Provinz Sondrino). In Luzern gründeten sie 1918 eine Schule für Sozialarbeit und in St. Gallen 1947 die Pflegerinnenschule «Notkerianum», welche 1971 in die Krankenschwesternschule überging, die unter diesem Namen bis 2008 existierte. Organisiert wurden die Schulen zunächst nach den Vorgaben des Kongregationsgründers Theodosius Florentini, ab 1880 übernahmen sie die Richtlinien der kantonalen Schulgesetze und Lehrpläne. Zudem wirkten Menzinger Ordensschwestern ab Ende des 19. Jhs. in der Schweizer Hauskrankenpflege und eröffneten Privatkliniken. In der Krankenpflege und im Bildungsbereich waren sie in Italien, England und in Deutschland, in der Mission in Südafrika, Chile und Indien tätig.
Die Verwaltungsbezirke (Provinzen) unterstanden der Generalleitung in Menzingen, die 1969 nach Rorschach und 1990 ins Gebäude der Schule für Sozialarbeit in Luzern verlegt wurde. Die Kongregation Menzingen unterstand bis zur päpstlichen Approbation 1901 dem Bischof von Basel.

Aufgrund des Nachwuchsmangels übernahmen ab 1970 weltliche Lehrkräfte den Unterricht an den Menzinger Bildungsstätten. Ebenso wurde die Leitung von Schulen, Heimen und Spitälern dem Standortkanton übertragen, Privaten verkauft oder geschlossen. Die Seminare für Lehrpersonen in Menzingen wurden bis 2006 geschlossen, auch aufgrund der Lehrerbildung auf Fachhochschulstufe.
In den Entwicklungsländern verzeichnen die Gemeinschaften der Schwestern vom Heiligen Kreuz regen Zulauf.

Maria Bernarda Heimgartner (1822–1863) trat 1840 dem Kapuzinerinnenkloster Maria Krönung in Baden bei. Anschliessend absolvierte sie bei den Ursulinen in Freiburg i. Br. eine Weiterbildung und 1843–1844 bei den Schwestern der Vorsehung im elsässischen Ribeauvillé ein Noviziat. 1844 legte sie die Profess (Gelübde) in Altdorf nach der Regel des Dritten Ordens der Franziskaner ab und gründete die Kongregation der Lehrschwestern vom Hl. Kreuz in Menzingen, die 1851 vom Bischof bestätigt wurde und deren Fokus auf dem Lehrwesen und der karitativen Arbeit lag.
Der Seligsprechungsprozess Heimgartners wurde 1952 eingeleitet. 1994 wurde ihr heroischer Tugendgrad festgestellt.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil 1963 war die Herausgabe «Kleiner Andachtsbilder» der kirchlichen Zensurstelle, d. h. dem Bischof oder dem Generalvikar des Bistums unterstellt, welcher die Druckerlaubnis für die Blätter erteilen musste, bevor sie in den Verkauf gelangen konnten. Psychologische und sexuelle Themen sowie Darstellungen von Eheproblemen waren nicht erlaubt.
1949
H. 11.8, B. 7.4 cm
Autotypie und Druck mit Bleisatz auf beidseitig gestrichenem Velinpapier
T 30156
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Hans Gärtner, Andachtsbildchen, Kleinode privater Frömmigkeitskultur, München 2004, S. 87–93.

Susanna Biland, Der Hochschulrat der Universität Freiburg/Fribourg (1949–1967), Fribourg 2004, S. 106.

Victor Conzemius, Maria Bernarda Heimgartner, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.03.2006. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009030/2006-03-22/, aufgerufen am 16.02.2023.

Anne-Marie Dubler, Menzingen (Institut), in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.10.2008. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012128/2008-10-24/, aufgerufen am 09.03.2023.

Staatsarchiv St. Gallen, Digitaler Lesesaal, Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Stephanshorn St. Gallen (1947–2008). https://dls.staatsarchiv.sg.ch/records/87980, aufgerufen am 10.03.2023.

Mutterhaus, in: Schwestern vom Heiligen Kreuz Institut Menzingen. https://www.kloster-menzingen.ch/mutterhaus/projekt-mutterhaus, aufgerufen: 10.03.2023.
Schlagwörter: Fotografie, Druckgrafik, Hauswirtschaft, Porträt