Grafik: Kleine Andachtsbild mit hl. Theresia (Teresa) von Ávila

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Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Hochovales Medaillon, umgeben mit Blütenkranz, oben im Scheitel Muschel. Darin das Abbild der Heiligen im braunen Habit der unbeschuhten Karmelitin mit weissem Chormantel und schwarzem Schleier sowie mit ihren Attributen, einem Buch und einem Tintenfass mit Schreibfeder, Sinnbilder für ihre Gelehrsamkeit. Geöffnete Schriftrolle mit dem Wahlspruch der Heiligen: «Aut pati aut mori» (entweder dulden oder sterben).
Die Karmelitin und Mystikerin Teresa von Ávila (1515–1582) ist die Nationalheilige Spaniens. Sie reformierte den Karmeliterinnenorden, indem sie die Gemeinschaft der «Unbeschuhten» gründete, die nach den Regeln der Armut im Sinne des hl. Albert von Jerusalem lebten. 1614 wird sie selig- und 1622 heilig gesprochen.
1970 wird die Heilige als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhoben. Sie gilt als Schutzheilige der Schachspieler und spanischen Schriftsteller.
Ihr Schrein steht in der Klosterkirche von Alba de Tormes, die zu den meistbesuchten Wallfahrtskirchen in Spanien zählt.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
18. Jh.
H. 12, B. 7.8 cm
Lithografie auf Büttenpapier
T 30322
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Hiltegart L. Keller, Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten, Legende und Darstellung in der bildenden Kunst, Stuttgart 1996, S. 543.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche