Grafik: Kleines Andachtsbild mit hl. Radbod, Bischof von Utrecht (899–917), Andenken an seinen Namenstag (Kalenderblatt)

zurück

 Vorderseite  Rückseite
 Vorderseite

Vorderseite

Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Hochrechteckige Kartusche mit hochovalem Rocaillenmedaillon auf Podest vor gestreiftem Grund. Im Medaillon Szene aus der Legende des Heiligen. Radbod in der Amtstracht des Bischofs mit Mitra (Kopfbedeckung von Bischöfen und bestimmten Äbten mit Rechts- und Verwaltungshoheit), blickt nach oben, wo ihm Maria in Begleitung von Thekla von Ikonium und Agnes von Rom erscheint. Maria verspricht dem kranken Radbod baldige Genesung und bittet ihn, treu sein Wirken fortzusetzen.
Auf Rückseite Legende des hl. Radbod. Darüber Angabe zu seinem Namenstag, der auch sein Todestag ist: «XXIX. NOVEMBER».
Am Schluss des Textes: «Ex surio».
«Ex surio» bezieht sich auf den Bd. 6 der «DE PROBATIS SANCTORVM HISTORIIS» (1575) von Laurentius Surius. Der rückseitige Text ist entweder ein Exzerpt oder eine Zusammenfassung der Seiten S. 615–618.

Das Gedenken an Heilige gehört zum Alltag der Katholiken. Dafür stehen die zahlreichen Namenstage zu Ehren der Heiligen, die im Laufe eines Kirchenjahres gefeiert werden. In den liturgischen Texten der heiligen Messe und des Stundengebets wird der Heiligen oder dem Heiligen an ihrem oder seinem Todestag, d. h. am Geburtstag im Himmel, gedacht.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
1. Hälfte 18. Jh.
H. 13.3, B. 7.5 cm
Radierung und Druck mit Bleisatz auf Büttenpapier
T 30306
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche