Grafik: Kleines Andachtsbild mit Jesus Christus, das Kreuz tragend, Erinnerung an die erste heilige Messe von Paul Müller in Wängi

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Religiöses Blatt aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Vorderseite mit Fotografie der plastischen Darstellung von Jesus Christus, der das Kreuz auf den Berg Golgotha schleppt. Die Bauplastik befindet sich am linken Westportal der Kathedrale von Reims.
Bildunterschrift: «LA MONTÉE AU CALVAIRE (CATHÉDRALE DE REIMS)».
Unter dem Bild Angaben zum Hersteller: «Art catholique», «R. 92», «6, Place St. Sulpice. Paris.».

Auf Rückseite Bibelzitat und Widmung:
«So oft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn. St. Paulus.» (1. Korinther 11, 26 oder 1. Brief des Paulus an die Korinther 11, 26).
«Zur Erinnerung an mein erstes heiliges Messopfer / Wängi, Ostermontag 21. April 1930 Paul Müller».
«O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser.»
Die Worte stammen aus dem sogenannten Agnus Dei der heiligen Messe, die während der Liturgie beim Brechen des Brots und nach dem Friedensgruss gesungen oder gesprochen werden.
Paul Müller war ab 1930 Pfarrer der Gemeinde Wängi. Am 23. Juli 1933 feierte sein Nachfolger Joseph Lüthy seine Primiz (die erste heilige Messe) in Wängi.

1911 eröffnete Louis Rouart (1875–1964) am Place St. Sulpice 6 in Paris ein Verlagshaus mit Buchhandlung, das sich neben christlicher Literatur auf die druckgrafische Reproduktion sakraler Bildwerke der Malerei und Plastik spezialisierte. Dem Verleger war es ein Anliegen, hochwertige religiöse Abbildungen für ein breites Publikum zu publizieren, um so das Sentimentale und Theatralische im Stil der Kunst von Saint-Sulpice wie auch akademische Bildfindungen eindämmen zu können. Neben der Vervielfältigung alter Meister, wie Leonardo da Vinci, schufen zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen Werke für das Unternehmen. Zudem kooperierte der Verlag mit den Ateliers d'Art Sacré (1919–1947), einer künstlerischen Bewegung in Paris, die in ihren Werkstätten Malerinnen und Plastiker ausbildete, um die religiöse Kunst in ähnlicher Absicht wie Rouart zu reformieren.
Das Verlagshaus Rouart lässt sich mit dem 1841 in Düsseldorf gegründeten Verein zur Verbreitung religiöser Bilder vergleichen, der ebenfalls zum Ziel hatte, druckgrafische Devotionalien von kitschigen Elementen zu befreien und sie preisgünstig unter die Leute zu bringen. Auch der Düsseldorfer Verein arbeitete mit einer Lehranstalt zusammen, und zwar der Kunstakademie Düsseldorf.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
Librairie de l'Art catholique (1911–1970), Verlagshaus und Buchhandlung in Paris
1930
H. 11, B. 7.1 cm
Heliogravur (Bild), Buchdruck (Schrift) auf Velinpapier
T 30292
Schlagwörter: Fotografie, Druckgrafik, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche, Anlässe, Andenken, Erinnerung, Architektur