Grafik: Kleines Andachtsbild mit Maria und dem Jesuskind

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Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Darstellung der Maria mit dem Jesuskind auf ihrem rechten Arm, in Dreiviertelansicht auf einer Wolkendecke. Bildunterschrift: «Du liebliche Mutter, bitt’ für uns!»
Name des Künstlers: «Deschwanden».
Melchior Paul von Deschwanden (1811–1881), einer der bekanntesten Maler der Innenschweiz im 19. Jh., schuf vorwiegend Gemälde mit religiösen Themen im Stil der Nazarener.
Seit den 1850er-Jahren wurden seine Werke vom Benziger Verlag in Einsiedeln für die Produktion von Devotionalien reproduziert und massenhaft verbreitet, zunächst in Form von Stahlstichen, später als Öldrucke.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
Vermutlich Benziger (1792–1984), Druckerei, Verlag, Lithografische Anstalt in Einsiedeln
2. Hälfte 19. Jh.
H. 8.7, B. 4.7 cm
Autotypie und Druck mit Bleisatz auf Velinpapier
T 30335
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Heinz Nauer, Ware für den katholischen Markt, Verlagstätigkeit und Andachtsgrafik des Benziger Verlags, Einsiedeln, im 19. Jahrhundert (Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 30), 2015, S. 37–57.
Schlagwörter: Fotografie, Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche