Grafik: Kleines Andachtsbild mit Porträt von Nikolaus von Flüe und Jesus Christus, Gebet von Bruder Klaus und Bittgebet an diesen

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 Vorderseite  Rückseite
 Vorderseite

Vorderseite

Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Halbfigurenporträt von Niklaus von Flüe, der in seiner rechten Hand eine Gebetsschnur (Bätti) mit Holzperlen hält und zu Jesus Christus blickt, dessen Kopfporträt mit Bügelkrone in Kreis über ihm erscheint. Eine Darstellung in Anlehnung an das Mittelmedaillon des sogenannten Sachsler Meditationstuchs, eine Malerei auf Leinenstoff, die sich seit 1608 in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln befindet und Nikolaus von Flüe als Andachtsbild gedient haben soll.
Im Hintergrund, die obere Ranftkapelle, deren erster Bau 1468 neben der Einsiedelei von Bruder Klaus errichtet wurde.

Gebet von Bruder Klaus: «O Herr! nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir! O Herr! gib alles mir, was mich fördert zu Dir! O Herr! nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.»

Rückseite mit Bittgebet an Bruder Klaus:
«Zum seligen Nikolaus.
Seliger Nikolaus, du Vorbild aller Tugend und Heiligkeit, ich rufe dich um deine mächtige Fürbitte an, erbitte mir von Gott die Gnade, deinem schönem Beispiele nachzufolgen, dass ich mich stets bestrebe, vollkommener zu werden, da Jesus selbst fragte: ‹Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.› Ach, seliger Bruder Klaus, wie weit bin ich noch von der höheren Vollkommenheit entfernt, welche du in einem so hohen Grade errungen hast! O, wie fest und standhaft war dein Glaube, wie vertrauensvoll und zuversichtlich deine Hoffnung; wie kindlich und fromm deine Liebe! Ich bitte dich, erlange auch mir diesen festen Glauben an Gott, dieses hoffen auf den Herrn und diese herzliche Liebe zu Ihm, dass ich dir auf dem Tugendwege nachfolge, und dass ich dasjenige, um was ich durch deine Verdienste mit Vertrauen gebetet habe, durch deine Fürbitte auch wirklich erlangen möge, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.»
1947 sprach Papst Pius XII. den Einsiedler, Mystiker und Schutzpatron der Schweiz, Niklaus von Flüe, (Nikolaus von der Flühe) oder Bruder Klaus (1417–1487) heilig.
In Krisen wurde der Obwaldner als Vermittler um Hilfe gebeten, weshalb er als «erster Mediator der Schweiz» bezeichnet wird. Sein Grab in der Pfarrkirche Sachseln (OW) entwickelte sich zum Pilgerort. Im 17. Jh. erlangte er die Seligsprechung.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
1908–1932
H. 11.4, B. 7.4 cm
Kreidelithografie, Text in Buchdruck auf Papier
T 30399
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Hans Gärtner, Andachtsbildchen, Kleinode privater Frömmigkeitskultur, München 2004, S. 67–77.

Albert Gasser, Georg Schmid von Grüneck, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.08.2011. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003027/2011-08-19/, aufgerufen am 12.06.2023.

Heinrich Stirnimann, Ernst Walder, Niklaus von Flüe, Bruder Klaus, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 28.09.2017. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010224/2017-09-28/, aufgerufen am 24.11.2023.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche, Geschichte, Porträt