Grafik: Musterblatt (Werbung) für Kleines Andachtsbild mit Maria, dem Jesuskind und Josef

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 Vorderseite  Rückseite
 Vorderseite

Vorderseite

Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.

Maria mit dem Jesuskind im Arm sitzt auf einem Thron. Zu ihrer rechten Seite steht Josef mit einem Kreuz in der linken Hand und vor ihm kniet Elisabeth mit rosafarbenen Blumen in den Händen.
Es handelt sich um eine Reproduktion des Altargemäldes «Madonna mit Franziskus und Elisabeth» in der katholischen Kirche St. Josef in Basel, das 1908 der Kirchenmaler Fritz Kunz (1868–1947) angefertigt hatte.

Rückseite mit Angaben zur Bestellung:
«Andachtsbildchen in künstlerischem Farbendruck
Größe 7 x 11 cm
Im ganzen ca. 150 Darstellungen
Preis pro Hundert Frs. 3.15
das Tausend Frs. 25.–
Missionsbildchen, farbig:
bei Bezug von 2000 und mehr Frs. 20.– pro Tausend.
1893 wurde die Gesellschaft für christliche Kunst in München gegründet, ein katholischer Kunstverein, dessen Ziel es war, der christlichen Kunst eine starke gesellschaftliche Relevanz in Abgrenzung zu modernen Strömungen zu verschaffen. Der Verein sprach einerseits Kunstfreunde sowie Kunstförderer an, zum anderen war er eine Interessengemeinschaft von Künstlern. Sie alle verband ein katholisches, eher konservatives Glaubensideal. Ästhetische Vorbilder waren die Nazarener sowie die altdeutschen Meister. Unterstützt wurde die Kooperation von der katholischen Aristokratie, Politikern sowie einer grossen Anzahl von Kirchenvertretern, darunter viele Diözesanbischöfe auch ausserhalb des Deutschen Reichs. Der eigene, ab 1900 eröffnete Vertrieb konzentrierte sich auf religiöses Kunsthandwerk und Devotionalien, wie Andachtsbilder. Diese wurden von Vereinskünstlern entworfen, häufig auch von Vertretern der Akademie der Bildenden Künste in München, die eng mit dem Verein zusammenarbeitete. Zudem wurde eine Jahresmappe mit Reproduktionen der Künstlermitglieder sowie ab 1904 die Monatszeitschrift «Die christliche Kunst» herausgegeben. Ab 1911 fand eine engere Anbindung an den Klerus statt, welcher die Publikationen zensierte, was zur Folge hatte, dass die Vereinskünstler zwar mit vielen kirchlichen Aufträgen eingedeckt, ihr künstlerischer Spielraum aber immer enger wurde.
Gesellschaft für christliche Kunst München, Verlag 1893 gegründet
um 1920/
H. 11, B. 7 cm
Offsetdruck auf Velinpapier
T 30353
Otto Krüger, Die Lithografischen Verfahren und der Offsetdruck, Leipzig 1926, S.145, 182.

Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Alex Claude, Fritz Kunz, Leben und Werk im zeitlichen Überblick, in: Fritz Kunz und die religiöse Malerei, Christliche Kunst in der Deutschschweiz 1890 bis 1960, Zug 1990. S. 15.

Bernd Feiler, Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, Der Blaue Reiter und der Erzbischof, Religiöse Tendenzen, christlicher Glaube und kirchliches Bekenntnis in der Malerei Münchens von 1911 bis 1925, Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, 2002, S. 51–69.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche, Kommunikation, Werbung