Höhensonne (Lichtdusche) von Belmag zur Therapie mit Ultraviolettstrahlung

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  Schutzbrillen und Begleitbroschüre

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Elektrifizierte Apparatur, beige beschichtet mit verchromtem Ständer, fahrbar auf drei Rollen, mit zwei Lampenschirmen. Der obere grössere Schirm in Form einer Kugel befindet sich an einem ausziehbaren Scherengitterarm. Der kleinere drehbare und verchromte Schirm mit Kabelanschluss mit dreipoligem Stecker (wohl erneuert) ist am Ständer angebracht. Separates Kabel mit zweipoligem Stecker. Aufschrift «Qualität und Form, Belmag Zürich, Suisse», «Hausmann» sowie gelbe Sonne mit Gesicht, dazugehörige Stellwand.
Farbige Begleitbroschüre mit Aufdruck «BELMAG Bergsonne Medizinische Quarzlampe». Zwei Schutzbrillen in verschiedenen Grössen, wohl für Erwachsene und Kinder.
Die Broschüre verspricht eine einfache Handhabung sowie maximale Beweglichkeit und bewirbt die Stabilität und Formschönheit des Geräts, welches sich «harmonisch in jede Klinik- oder Sprechzimmer-Einrichtung» einfügt. Die sogenannte Bergsonne verfügt über einen Brenner aus Gotthardkristall, 750 Watt.

Kurz nach 1900 kamen die ersten Höhensonnen auf den Markt, welche das im Gebirge verstärkt wirkende ultraviolette Sonnenlicht künstlich erzeugten. Die Lampen arbeiteten mit einem Kolben aus Quarzglas, welcher die ultravioletten Strahlen passieren liess. Die Geräte kamen zu Therapiezwecken in der Inneren Medizin, Chirurgie und Dermatologie zur Anwendung. Sie wurden in Kliniken und Sanatorien, aber auch in privaten Haushalten eingesetzt.

1918 entwickelte der Berliner Kinderarzt Kurt Huldschinsky eine Therapie mit UV-Licht zur Vorbeugung und Heilung von Rachitis. Unzureichende Ernährung, Licht- und Frischluftmangel führten in den Nachkriegsjahren zu einer Vielzahl an Rachitis erkrankten Kindern, auch in der Schweiz. Die lange als unheilbar geltende Tuberkulose wurde ebenso mit Sonnenlichttherapien behandelt, bis 1943 mit Streptomycin ein spezifisches Heilmittel gefunden wurde.

Der Bräunungseffekt, den die Behandlungen mit Lichtduschen erzielten, war aufgrund eines wandelnden Schönheitsideals von der noblen Blässe zur vermeintlich gesunden Bräune zunehmend begehrt. Doch gegen Ende des 20. Jhs. kamen Höhensonnen aus der Mode, da sie weiterhin, wie auch die mit speziellen Leuchtstofflampen arbeitenden Solarien, im Verdacht stehen, Hautkrebs zu erzeugen.
Alumag-Belmag AG, Hersteller von Beleuchtung in Zürich (1934–1993)
1940–1945
H. 189, B. 100, T. 65 cm, ausgestreckter Arm: B. 140 cm
Lampe: Metall, beschichtet; Glas; Kabel, Textilumwicklung, zweipoliger Stecker aus Bakelit; Handhaben aus schwarzem Kunststoff, evtl. Bakelit; Schutzbrillen: Lederimitat; Aluminium; getöntes Kunstglas; Gummiband; Broschüre: Papier, bedruckt
T 27005
Niklaus Ingold, Lichtduschen, Geschichte einer Gesundheitstechnik 1890–1975, (Interferenzen, Studien zur Kulturgeschichte der Technik 22), Zürich 2015.

Deutsches Historisches Museum, Jubiläums-Höhensonne, https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/hoehensonne-mod-s-300-1931, aufgerufen am 15.07.2026.
Schlagwörter: Gesundheitswesen, Hygiene, Gerät, Licht