Kommode mit aufgesetztem Sekretär (Schreibkommode)

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Querformatiger, in Konstruktion und Dekor mit senkrechter Mittelachse symmetrisch gestalteter, dreischübiger Korpus mit geschrägtem Schreibaufsatz. Geschwungene Front und gedrückte Kugelfüsse. Schreibaufsatz mit seitlichen, vorne geschwungenen, oben flachen Flanken mit je langer Schublade. Flacher gekröpfter Giebelabschluss.
Lade des Schreibaufsatzes vorne an zwei Scharnieren und waagrecht ausklappbar. Unter dem Aufsatz befindet sich links und rechts je ein langes ausziehbares Brett zur Unterstützung der schweren Lade. Arbeitsfläche bis nach hinten mit weinrotem Leder überzogen. An Rückwand in der oberen Hälfte vier Schubladen mit runden Knäufen und Profilleisten entlang der Frontseiten.
Schubladenfronten, Deckeloberseite, Aussenseiten der Aufsatzflanken und Seitenfronten mit eckigen Feldern aus Bandelwerk. Dieses aus verschlungenen schwarzen und braunen Bändern gebildet und mit schmalen hellen Filets gerahmt. Felderecken je mit schwarzer Füllung. Felder der Schubladen, der Seitenfronten und des Deckels gefriest gerahmt.
Schubladen mit durchbrochenen Henkelschildern mit Zughenkeln (aus der Zeit, aber nicht original zum Möbel gehörend), beides in geschweifter Form aus Ranken, Voluten, Blüten und Muschelwerk. Schlüsselschilder der Schubladen aus birnenförmigem Schild mit Muschelrahmung. Kleines Schlüsselschild der Lade gestaltet aus Muschel, Blatt und Voluten.
Die Kommode stammt aus dem Besitz der Mutter der drei Donatoren Christoph, Lukas und Markus Hugelshofer. Deren Urgrossvater war Oberstleutnant H. J. Wegmann-Neher, der am 25. Januar 1892 Schloss Weinfelden für CHF 44 000.– erwarb. Die Kommode soll im Schloss gestanden haben. 1901 verliess die Familie Wegmann Schloss Weinfelden. Später kam das Möbel an die Tochter von Oberstleutnant Wegmann, Elisabeth, die Hermann Müller heiratete.
H. 116, B. 130, T. 78 cm
Trägerholz aus Fichte, furniert mit Nussbaumholz, Mooreichenholz (schwarz), Zwetschgenholz (rötlich), Ahornfilets, Birkenholzmaser; Beschläge aus Bronzeguss, feuervergoldet (noch partiell erhalten); Schlüssel aus Schmiedeeisen; Trägerbretter aus lackiertem Eichenholz; Schreibfläche mit Leder überzogen (nicht original)
T 38895
Thomas Boller, Werner Dubno, Zürcher Möbel, Das 18. Jahrhundert, 2004 Zürich, S. 267–268, Nrn. 126–127.
Schlagwörter: Hauswirtschaft, Wohnen, Möbel, Büro, Kunsthandwerk