Medaille: Abdruck der Vorder- und Rückseite einer Wallfahrtsmedaille, Berührungsreliquie auf den Dreikönigenschrein im Kölner Dom, aus der ehemaligen Sammlung von Josef Sager (1905–1964)

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Vs.: In Strichelkreis die Anbetung der Heiligen Drei Könige bzw. der drei Waisen oder Magier in einer offenen Säulenhalle, Maria mit Jesus rechts, die Könige links, im Abschnitt keine Angaben.
Rs.: In Linienkreis die Angaben «ECCE / MAGI AB ORI / ENTE VENERVNT / IEROSOLYMAM / ET CHR [HR ligiert] ISTVM NA / TVM ADORA / VERVNT . MA- / II [II darüber Längsstrich] . IHS [IHS ligiert] .».
Die Reliquien der Heiligen Drei Könige werden im Dreikönigenschrein, einem Reliquiar aus dem 12. Jh., im Kölner Dom aufbewahrt. Ihre Heilkraft soll sich auf Gegenstände wie Medaillen übertragen haben, sobald diese mit dem Heiligtum in Berührung kamen. Es handelt sich dabei um Reliquien dritter Klasse oder mittelbare Berührungsreliquien. Solche Gegenstände wurden gerne von Pilgern erworben.

Die beiden Abdrücke der Medaille gehörten zur Sammlung von Josef Sager (1905–1964), einem Lehrer und Autodidakten aus Münchwilen. Seit den 1930er-Jahren galt Sager in der Ostschweiz als Fachmann für Numismatik. Selbst Münzsammler, erwarb er mehrere Hortfunde auf dem Gebiet der Ostschweiz und bot sich zudem als Gutachter für numismatische Sammlungen an (z.B. in der Stiftsbibliothek St. Gallen).
Die Münzen und Medaillen von Josef Sager bilden in der Museumssammlung ein Konvolut aus über 600 Exemplaren. Alle Stücke wurden von Josef Sager, seinen Erben oder nachfolgenden Besitzern erworben.
Stampfer, Jakob I. (1505–1579), Goldschmied, Medailleur, Stempelschneider
um 1555–1565
D. 28.1 mm
Zinn
T 37795–37796
Emil Hahn, Jakob Stampfer, Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider von Zürich 1505–1579, in: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. 28, 1915, S. 3–90, Nr. 22.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche