Medaille: Medaille auf den Abschluss des Umbaus des Zunfthauses Zur Saffran in Zürich im Jahr 1774, aus der ehemaligen Sammlung von Josef Sager (1905–1964)

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Vs.: Umschrift: «FIDELITATI ET INDUSTRIAE (AE ligiert) (Für Treue und Fleiss).». In doppeltem Linienkreis stehender unbekleideter Merkur mit Flügelhut und Caduceus (Hermes- oder Merkurstab, Symbol für Handel und Reichtum) nach rechts, lehnt sich an einen Blockaltar, an dessen Front ein hochovaler umkränzter Schild mit Zunftwappen aus überkreuzten Safranblumen, darunter ein Füllhorn (Symbol des Überflusses und des Wohlstands) und eine Stangenwaage (Sinnbild des Marktrechts), im Abschnitt die Angabe «MK (ligiert) . F[fecit] .» (Mörikofer fertigte [die Medaille] an).
Rs.: In dreifachem Linienkreis Ansicht der Westfassade und der nördlichen Front des Zunfthauses zur Saffran von der Limmatseite aus, im Abschnitt die Angaben «MDCCLXXIV . / I . C . MK (ligiert) . F ..
Die Zunft zur Saffran wurde 1336 in Zürich gegründet und war die Vereinigung der Textil-, Eisenwaren-, Lebensmittel- und Gewürzhändler. Die Medaille zeigt daher auch mehrere Motive, die mit dem Handel zu tun haben. Sie wurde erstmals 1777 bei der Abnahme der Zunftrechnung den Rechenherren zum Dank für die geleisteten Dienste ausgehändigt.

Johann Kaspar Mörikofer (1733–1803) absolvierte ab 1750 eine Lehre als Siegelstecher, Steinschneider und Medailleur bei seinem Vetter Johann Melchior Mörikofer (1706–1761) in Bern. Fast alle Berner Münzstempel von 1762/1765 bis 1796 stammen von ihm. 1769 bis 1797 fertigte er die Stempel der Goldmünzen von Solothurn. Dazu kamen Verdienst- und Gedenkmedaillen für weitere Städte und vor allem Schulprämien, Siegel für Bern und Zofingen sowie private Aufträge für Medaillenstempel.

Die Medaille gehörte zur Sammlung von Josef Sager (1905–1964), einem Lehrer und Autodidakten aus Münchwilen. Seit den 1930er-Jahren galt Sager in der Ostschweiz als Fachmann für Numismatik. Selbst Münzsammler erwarb er mehrere Hortfunde auf dem Gebiet der Ostschweiz und bot sich zudem als Gutachter für numismatische Sammlungen an (z.B. in der Stiftsbibliothek St. Gallen).
Die Münzen und Medaillen von Josef Sager bilden in der Museumssammlung ein Konvolut aus über 600 Exemplaren. Alle Stücke wurden von Josef Sager, seinen Erben oder nachfolgenden Besitzern erworben.
Mörikofer, Johann Kaspar (1733–1803) aus Frauenfeld, Medailleur, Stempelschneider in Bern
um 1777–1778
D. 50 mm
Silber, Prägung
T 8032
Die Münz- und Medaillen-Sammlung des Herrn Hans Wunderly-v. Muralt in Zürich, erläutert und beschrieben von Wilhelm Tobler-Meyer (Die Münzen und Medaillen der Stadt und des Kantons Zürich und der ehemaligen Benediktinerabtei Rheinau, 1. Abteilung, 1. Bd.), Zürich 1896, S. 294, Nr. 966.

Werner Bieri, Die Medaillen von Johann Melchior (1706–1761) und Johann Kaspar (1733–1803) Mörikofer, in: Schweizerische Numismatische Rundschau, Bd. 75, 1996, S. 121–153, Nr. 40.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Symbol, Heraldik, Botanik, Vedute, Ereignis, Andenken, Erinnerung