Medaille: Prämienmedaille für die Schulbehörden und die Professoren der Berner Schulen, sogenannter Schulratspfennig

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Vs.: Umschrift: «RESPUBLICA – BERNENSIS .», (Republik Bern). In doppeltem Linienkreis Berner Wappen (heraldisch nach rechts aufwärtsschreitender Bär mit erhobener linker Vordertatze) in barocker Kartusche aus Rollwerk und Maskaron unten im Scheitel. Dahinter Säulenkapitell, darauf liegt eine Decke, die mit drei Ausbuchtungen mit je einer Quaste vorne herunterhängt. Auf ihr liegt eine Lilienkrone. Wappen links flankiert von Ceres mit Füllhorn (Allegorie des Überflusses und des Wohlstands) und rechts von Caritas mit Säugling und Kind, der Allegorie der Liebe, einer christlichen Tugend. Unter Bodenplatte Akanthusranken und Lilienblüten.
Rs.: Umschrift: «INTUITU – VEGETAT», (Durch den Anblick ermuntert er). In dreifachem Linienkreis barocker Garten mit symmetrisch angelegten eingefassten Beeten, Zypressen und Springbrunnen im Zentrum, darüber strahlende Sonne, vorne Vase mit Pflanze mit spitzen Blättern, im Anschnitt die Angaben «ACCAD . CURATOR .», (ACCADEMIAE CURATOR = Vorsteher der Akademie).
Johann Kaspar Mörikofer (1733–1803) absolvierte ab 1750 eine Lehre als Siegelstecher, Steinschneider und Medailleur bei seinem Vetter Johann Melchior Mörikofer (1706–1761) in Bern. Fast alle Berner Münzstempel von 1762/1765 bis 1796 stammen von ihm. 1769 bis 1797 fertigte er die Stempel der Goldmünzen von Solothurn. Dazu kamen Verdienst- und Gedenkmedaillen für weitere Städte und vor allem Schulprämien, Siegel für Bern und Zofingen sowie private Aufträge für Medaillenstempel.

Die 1191 durch Herzog Berchtold V. von Zähringen (1186–1218) gegründete Stadt Bern entwickelte sich im Verlauf der Jahrhunderte zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen. Bereits Münzen und Siegel aus der Zeit um 1224 zeigen den Bären als Wappentier, zunächst noch auf allen Vieren laufend. Die älteste überlieferte farbige Darstellung des Berner Wappens mit schwarzem Bären in goldenem Schrägbalken auf rotem Grund findet sich auf einem Setzschild (Schutzschild) aus dem 14. Jh., welcher heute im Historischen Museum Bern aufbewahrt wird.

Wie bei vielen Wappendarstellungen handelt es sich beim Berner Wappen um ein redendes Wappen, welches Bezug auf den Stadtnamen (Bern = Bären) nimmt. Die bereits im Spätmittelalter verbreitete Gründungslegende, wonach Herzog Berchtold V. von Zähringen die neue Siedlung nach dem ersten von ihm in der Gegend erlegten Tier, einem Bären, benannte, bleibt eine Erzählung ohne historische Beweise. Wahrscheinlicher ist, dass sich der Name Bern an einem bereits bestehenden Flurnamen orientierte wie etwa dem keltischen Wort «berna» für Kluft/Schlucht. Als Symbol für Kraft und Macht fand der Bär neben Adler und Löwe in mittelalterlichen Wappendarstellungen eine weite Verbreitung.
Mörikofer, Johann Kaspar (1733–1803) aus Frauenfeld, Medailleur, Stempelschneider in Bern

Dassier, Jean (1676–1763), Medailleur, Graveur
1772
D. 43.2 mm
Silber, Prägung
T 8065
Werner Bieri, Die Medaillen von Johann Melchior (1706–1761) und Johann Kaspar (1733–1803) Mörikofer, in: Schweizerische Numismatische Rundschau, Bd. 75, 1996, S. 121–153, Nr. 32.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Herrschaft, Bildungswesen, Heraldik, Allegorie, Landschaft, Tier, Andenken, Erinnerung