Münze: 1-Batzen-Stück der Stadt Luzern, geprägt in Luzern, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Zwischen äusserem Gerstenkornkreis und innerem Schnurkreis Umschrift: «MON[ETA] . NOVA . LVCERNENSIS . 16ZZ» (Neue Luzerner Münze 1622). Mit Ranken damasziertes Luzerner Wappen in unten zur Spitze geschwungenem Schild mit Beschlagwerk an den Seiten und am oberen Abschluss, flankiert von «L – V» (LU für Luzern), darüber Doppeladler (Adler mit zwei Köpfen, Wappen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Sinnbild der königlichen, von den Kurfürsten verliehenen und kirchlichen, vom Papst verliehenen Würde).
Rs.: Zwischen äusserem Gerstenkornkreis und innerem Schnurkreis Umschrift: «(Rosette) CONCORDIA . RES . PARVAE . CRESCVNT» (Durch Eintracht wächst das Kleine. Satzteil aus dem Werk «Bellum Iugurthinum» Kp. 10 vom römischen Geschichtsschreiber Gaius Sallustius Crispus alias Sallust, der ganze Satz lautet «Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das Grösste»). In Linienkreis Ankerkreuz (Sinnbild mit zwei verschiedenen Motiven, dem Anker, der für die Standhaftigkeit des Glaubens steht, und dem Kreuz, das den Opfertod von Jesus Christus symbolisiert). Je eine Lilie (Symbol der Reinheit und königlichen Macht) in den Zwickeln.
Im 15. Jh. erlangte Luzern den Status einer freien Reichsstadt, mit welchem wirtschaftliche und politische Privilegien verbunden waren. So konnte Luzern die hohe Gerichtsbarkeit ausüben und Münzen prägen. Der Doppeladler, das Wappen des Heiligen Römischen Reichs, kam im in dieser Zeit auf. Reichsstädte wie Luzern prägten das Motiv auf ihren Münzen, um ihre Zugehörigkeit zum Reich darzustellen.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1622
D. 23.6 mm
Billon, Prägung
T 36096
,
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 62.

Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 17. Jahrhundert, Zürich 1987, Nr. 1174.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Heraldik, Symbol, Botanik, Tier, Religion