Münze: 100-Kronen-Stück des Königreichs Ungarn, geprägt in Kremnitz (heute Kremnica in der Slowakei) zur Zeit von Franz Joseph I. (1848–1916), Kaiser von Habsburg-Österreich, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «FERENCZ JÓSZSEF I . K . A . CS . ÉS M . H . S . D . O . AP . KIR .» (FERENCZ JÓSEF ISTEN KEGYELEMBÖL AUSZTRIAI CSÁSZÁR, ÉS MAGYAR, HORVÁT, SZLAVÓNIAI ÉS DALMATIAI APOSTOL KIRÁLY) (Franz Josef von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn, Kroatien, Slawonien und Dalmatien). In Perl- und Linienkreis Kopf des Kaisers mit im Nacken mit Schleife gebundenem Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms) nach rechts, darunter «1907».
Rs.: Umschrift: «MEGKORONÁZTÁTÁSÁNÁK NEGYVENEDIK ÉVFORDULOJÁRA [zum vierzigsten Jubiläum des Krönungstags] 1867–1907». In Linienkreis die Krönungsszene in der Matthiaskirche in Ofen (Budapest) am 8. Juni 1867: In der Mitte Franz Josef nach rechts, mit zum Gebet gefalteten Händen und vor dem rechts stehenden Erzbischof von Gran (Esztergom in Ungarn), János Simor kniend, links Gyula Graf Andrássy von Csíkszentkirály und Krasznahorka der Ältere (1823–1890), führender Aufständischer gegen Habsburg während der Ungarischen Revolution 1848/49 und prominenter Politiker in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Die zwei Vertreter der ungarischen Elite halten gemeinsam die Stephanskrone über dem Monarchen.
Darunter «100 KORONA / K . B» (KB = Münzstättenzeichen für Kremnitz, auf ungarisch Körmöcbánya).
Rand: Umschrift: «(Ranke) (Stern) (Stern) (Ranke) RIZALMAM AZ ÖSI ERÉNYBEN» (Ich vertraue auf die althergebrachte Tugend).
Infolge der Niederlage von Kaiser Franz Joseph I. im Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 gelang es dem Königreich Ungarn ein Jahr später eine eigenständige Stellung innerhalb des habsburgischen Gesamtstaats zu erlangen. Das Habsburgerreich war somit ab 1867 in zwei weitgehend unabhängige Reichshälften geteilt, welche durch die Person des Monarchen, die gemeinsame Aussenpolitik und die K. u. K. (Kaiserlich und Königliche) Armee verbunden waren.
Kaiser Franz Josef I. wurde mit der Stephanskrone zum ungarischen König gekrönt. Diese besteht aus einem byzantinischen Reif (corona graeca), gekreuzten Bügeln (corona latina) und einem schiefen Kreuz.

Die Krone, in Ungarn Korona genannt, war in Österreich-Ungarn bis 1918 und in der Republik Österreich von 1918 bis 1925 im Umlauf. Die Währung löste 1892 den Gulden ab. Es wurden 10-, 20- und 100-Kronen-Stücke ausgegeben. Die vorliegende Münze wurde zum Andenken an den 40. Jahrestag der Krönung von Franz Joseph I. zum ungarischen König ausgegeben.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1907
D. 37.1 mm
Gold, Prägung
T 6721
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 26.

Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1901–Present, Iola 2002, Nr. 490.

Stephan Gruber, Franz Josephs Krönung zum König von Ungarn, Die Welt der Habsburger, Textmodus, Themen, https://www.habsburger.net/de/kapitel/franz-josephs-kroenung-zum-koenig-von-ungarn#:~:text=Der%20Ausgleich%20mit%20Ungarn%20schuf,Budapest%20zum%20ungarischen%20K%C3%B6nigspaar%20gekr%C3%B6nt., aufgerufen am 20.01.2026.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Anlässe, Andenken, Erinnerung, Symbol, Botanik