Münze: 1/2-Batzen-Stück des Kantons Appenzell Ausserrhoden, geprägt in Bern

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Vs.: In Gerstenkornkreis Umschrift: «CANTON APPENZELL – (Zweig) 1816 (Zweig)». In von Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms) gerahmtem rundem Schild Wappen von Appenzell Ausserrhoden mit nach links aufrecht schreitendem Bär mit ausgerollter Zunge und ausgefahrenen Krallen, flankiert von «V – R» (UR für Ussroden).
Rs.: In Gerstenkornkreis Umschrift: «IEDEM DAS SEINIGE». Zwischen Palm- und Eichenzweig (Symbole des Friedens sowie des Siegs, Ruhms, der Stärke, Treue und Einheit) die Angaben: «1/2 / BATZEN / 5».
Die Aussage «Jedem das Seine» beruht auf dem verkürzten Leitspruch «suum cuique» des römischen Dichters und Staatsmanns Marcus Tullius Cicero (106–43 v.Chr.). Von ihm stammt die Devise «Justitia suum cuique distribuit» (Die Gerechtigkeit teilt jedem das Seine zu). Dabei geht es um ein moralisches und juristisches Prinzip, das Gerechtigkeit proklamiert, indem jeder Bürger einer Gesellschaft gebührend und verlässlich am Gemeinwesen beteiligt wird.

Während der Helvetischen Republik (1798–1803) übernahm die zentrale Regierung das Münzwesen und führte eine Einheitswährung ein. Der Batzen gehörte dazu, hatte den Wert von 1/10 des Frankens und richtete sich nach dem Berner Münzfuss. 1803 wurde die Helvetische Republik mittels Mediationsverfassung zurück zu einem föderalen Staat abgewickelt. Statt der einen und unteilbaren Schweizer Republik etablierte sich das Staatenbündnis aus 19 und ab 1815 aus 22 Kantonen. Auch das Münzregal ging 1803 wieder an die Kantone zurück. Den Batzen wie auch den Franken behielten die meisten Kantone jedoch bei.
Erst die Bundesverfassung von 1848 entzog den Kantonen das Recht zur Münzherstellung. Der Bund war nun zuständig für die Geldemission und vereinheitlichte die Währung mit Franken und Rappen, die während der Helvetik eingeführt worden waren. Das eidg. Münzgesetz von 1850 eliminierte den Batzen aus dem Währungssystem.
1816
D. 21.2 mm
Billon, Prägung
Rot 1426
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 159.

Anne-Marie Dubler, Batzen, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.06.2002. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013677/2002-06-24/, aufgerufen am 04.12.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Tier, Botanik