Münze: 20-Francs-Stück des Ersten Kaiserreichs Frankreich, geprägt in Paris zur Zeit von Kaiser Napoléon I. (1804–1814/15), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «NAPOLEON – EMPEREUR .». In Kerbschnittkreis Kopfporträt des Kaisers nach links, im Halsabschnitt Signatur des Medailleurs «DROZ F[ECIT]» (fecit = hat gemacht)», darunter jene des Graveurs «Tr .» (Pierre-Joseph Tiolier, Graveur der Pariser Münzstätte (1803–1815).
Rs.: Umschrift: «REPUBLIQUE FRANÇAISE .». In Kerbschnittkreis zweizeilige Angaben in unten mit Schleifen gebundenem Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms): «20 / FRANCS .», darunter «(Hahn) 1806 . A». (Hahn = Zeichen von Charles-Pierre de l'Espine, Münzmeister der Pariser Münzstätte (1797–1821), A = Zeichen der Münzstätte Paris).
Rand mit Schrift «(Stern) DIEU PROTEGE LA FRANCE» (Gott schütze Frankreich).
Napoléon Bonaparte (1769–1821) regierte als Erster Konsul während der Ersten Französischen Republik 1799–1804 und war von 1804 bis 1815 – mit einer Unterbrechung 1814 – Kaiser der Franzosen.
Ab 1802 liess er 20-Francs- und 40-Francs-Stücke ausgeben, die als Napoléon d'or bekannt sind. Auf der Vorderseite ist das Profil des Konsuls bzw. jenes des Kaisers abgebildet, die Rückseite ist mit dem Nennwert versehen. Ab 1807 ist sein Haupt mit einem Lorbeerkranz geschmückt, womit sich die Darstellung ikonografisch auf antike römische Kaiser bezieht.
1808 wurde die Bezeichnung der Staatsform auf Münzen gesetzlich festgelegt, anstatt «République» stand von nun an in der Umschrift «Empire» für das französische Kaiserreich.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
Droz, Jean-Pierre (1746–1823), Schweizer Medailleur, als Münzmeister in England und Frankreich tätig
1806
D. 21.1 mm
Gold, Prägung
T 6850
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 36.

Albert Niederer, Die Lateinische Münzunion, Katalog sämtlicher Münzen der 5 Unionsstaaten mit gesetzlicher Gültigkeit in der Schweiz von 1852–1927, Hilterfingen 1976, Nr. 14c.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Symbol, Botanik