Münze: 50-Francs-Stück des Kaiserreichs Frankreich, geprägt in Paris zur Zeit von Kaiser Napoléon III. (1852–1870), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

zurück

Vs.: Umschrift: «NAPOLEON III – EMPEREUR». In Linien- und Gerstenkornkreis Kopfporträt mit Knebelbart nach rechts, darunter «(Hand) / BARRE». (Hand = Zeichen des Direktors der Pariser Münzstätte Charles-Louis Dierickx (1845–1860), BARRE = Medailleur Jean-Jacques Barre (1793–1855)).
Rs.: Umschrift: «EMPIRE – FRANÇAIS». In Linien- und Gerstenkornkreis Wappenschild mit dem nach rechts blickenden napoleonischen Adler, der mit gespreizten Fängen auf einem Blitzbündel (Donnerkeil) steht und seine Flügel ausgebreitet hat. Schild gerahmt von der Collane des Ordens der Ehrenlegion mit abgehängtem fünfzackigem Stern und auf drapiertem, mit Bügelkrone (mit Kreuz auf Reichsapfel auf Scheitelpunkt) bekröntem Hermelinmantel, dieser auf gekreuzten Zeptern (Symbol für die weltliche Herrschaft), das rechte Zepter bekrönt mit der Darstellung von Kaiser Karl dem Grossen, thronend mit Krone, Zepter und Reichsapfel, das linke Zepter mit Schwurhand (Symbol für die Gerechtigkeit, «main de justice»). Zwischen «50 – FR», darunter «A 1858 (Anker)». (A = Zeichen der Pariser Münzstätte, Anker = Zeichen des Generalgraveurs Désiré-Albert Barre (1855–1878)). Über dem Wappenschild drei Bienen. Links und rechts der Krone fallen entlang des Mantels gekräuselte Infuln herunter (Sinnbild der weltlichen und geistlichen Macht).
Rand mit Schrift «(Fünf Sterne) DIEU (Stern) PROTEGE (Stern) LA FRANCE» (Gott schütze Frankreich).
Kaiser Napoléon III. übernahm den Adler als Wappentier in Anlehnung an die Heraldik seines Onkels Kaiser Napoléon I., der das Tier zuerst auf militärischen Fahnen (Feldzeichen) führte. Ab 1804 gehörte der Adler zum kaiserlichen Wappen. Auch die Biene wurde von Napoléon I. als Wappentier installiert. Das Tier ersetzte die königliche Lilie der bourbonischen französischen Herrscher.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1858
D. 28.2 mm
Gold, Prägung
T 6871
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 36.

Albert Niederer, Die Lateinische Münzunion, Katalog sämtlicher Münzen der 5 Unionsstaaten mit gesetzlicher Gültigkeit in der Schweiz von 1852–1927, Hilterfingen 1976, Nr. 99d.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Heraldik, Symbol, Tier, Justiz