Münze: Einseitiger Angster der Stadt Zürich, geprägt in Zürich

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Vs.: In Wulstkreis Halbrundschild mit Zürcher Wappen, flankiert von zwei Punkten, darüber «Z» für Zürich.
Aufgrund ihrer Machart wird die Münze zu den Brakteaten bzw. den Hohlpfennigen (Spätmittelalter und Neuzeit) gezählt, welche seit dem Ende des 12. Jhs. in verschiedenen Regionen Deutschlands, der Schweiz und im Elsass geprägt wurden. Der Name Brakteat beruht auf der lateinischen Bezeichnung «bractea» für dünnes Blech. Ein Begriff, der erst Ende des 17. Jhs. unter den Numismatikern aufkam, um diese Gruppe mittelalterlicher Pfennige zu benennen. Typisches Kennzeichen dieser Münzen sind die einseitige Ausprägung auf einem dünnen Silberschrötling (Münzplättchen). Das tief gravierte Bild im Prägestempel bewirkt, dass das Prägebild auf der Vorderseite der Münze ein hohes Relief aufweist, während sich auf der Rückseite der Münze – aufgrund der speziellen Prägetechnik und der geringen Dicke des Schrötlings – das Spiegelbild vertieft abzeichnet.
1. Hälfte 17. Jh.
D. 14.5 mm
Billon, Prägung
T 8070
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 17. Jahrhundert, Zürich 1987, Nr. 1105.

Michael Masson, Die Fundmünzen aus dem Seehof in Küsnacht, in: Archäologie im Kanton Zürich 2001–2002, Zürich 2004, S. 109–124 (zur Datierung).
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Heraldik