Münze: Groschen im Wert von 3 Kreuzern der Stadt Luzern, geprägt in Luzern, aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

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Vs.: Zwischen äusserem Gerstenkornkreis und innerem Schnurkreis Umschrift: «MONET (Rosette) LVCERNENSIS (Rosette) [1]605». Damasziertes Luzerner Wappen in doppeltem Halbrundschild. Ecken des Schilds liegen über dem Schnurkreis.
Rs.: Zwischen äusserem Gerstenkornkreis und innerem Schnurkreis Umschrift: «SIT . NOM[EN] (Rosette) D[OMINI] (Rosette) BENEDICTVM» (Gesegnet sei der Name des Herrn). Bekrönter nimbierter Doppeladler (Adler mit zwei Köpfen, Wappen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Sinnbild der königlichen, von den Kurfürsten verliehenen und kirchlichen, vom Papst verliehenen Würde). Auf Brust Reichsapfel (Herrschaftsinsignie des Kaisers) mit der Wertangabe «3» und dem Kreuz, das zwischen den Adlerköpfen liegt.
Im 15. Jh. erlangte Luzern den Status einer freien Reichsstadt, mit welchem wirtschaftliche und politische Privilegien verbunden waren. So konnte Luzern die hohe Gerichtsbarkeit ausüben und Münzen prägen. Der Doppeladler, das Wappen des Heiligen Römischen Reichs, kam im in dieser Zeit auf. Reichsstädte wie Luzern prägten das Motiv auf ihren Münzen, um ihre Zugehörigkeit zum Reich darzustellen.

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum Thurgau eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
1605
D. 21.1 mm
Silber, Prägung
T 36099
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 17. Jahrhundert, Zürich 1987, Nr. 1180.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Heraldik, Symbol, Tier