Münze: Rappen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, geprägt in Bern, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «HELVETIA». In Strichel- und Linienkreis Schweizer Wappen im spatenförmigen Schild, darüber Federhut (Freiheitshut, Symbol für die Freiheit), zwischen Lorbeer- und Eichenzweig (Symbole des Siegs und Ruhms sowie der Stärke, Treue und Einheit), darunter Jahreszahl «1906».
Rs.: In Strichel- und Linienkreis die Angabe «1» in zum Kranz geformten, unten mit Schleifen gebundenen Lorbeerzweigen, darunter das Münzstättenzeichen «B» für Bern.
Im 16. Jh. kam der Begriff «Helvetia» als Bezeichnung für das Territorium der damaligen Schweiz auf, da die Eidgenossen als Nachfahren der Helvetier, eines keltischen Volksstamms, betrachtet wurden. Die Darstellung der Helvetia als Landesmutter trat im späten 17. Jh. in Erscheinung. Sowohl katholische wie protestantische Gläubige konnten sich mit der Allegorie identifizieren. Als eidgenössische überkonfessionelle und überregionale Leitfigur wurde sie im 19. Jh. wichtig, da sich die Bevölkerung im neuen Nationalstaat vor 1848 zunächst mit ihrem jeweiligen Kanton identifizierte. Als Verkörperung abgebildet oder als Begriff erwähnt, war Helvetia insbesondere auf Münzen und Briefmarken präsent. Nach der Gründung des Schweizer Bundesstaats 1848 übernahm der Bund die Münzhoheit. Helvetia war nun ein Sinnbild für eine stabile Währung.

1-Rappen-Stücke, bis zum 31. Dezember 2026 zum vollen Nennwert umtauschbar, waren bis Ende 2006 in Umlauf.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1906
D. 16.1 mm
Bronze, Prägung
T 36568
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 1.

Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 326.

Georg Kreis, Helvetia (Allegorie), in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.10.2014, aufgerufen am 28.12.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik