Münze: Sesterz des Römischen Kaiserreichs, geprägt in Rom zur Zeit von Kaiser Antoninus Pius (138–161 n. Chr.), Schenkung von Johann Adam Pupikofer (1797–1882)

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Vs.: Umschrift: «ANTONINVS AVG – PIVS P P TR P XVI». (Antoninus Augustus Pius Pater Patriae Tribunicia Potestate Sexta Decima [zum 16. Mal Volkstribun]). In Linienkreis Kopf von Antoninus Pius mit Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms) nach rechts.
Rs.: Umschrift: «INDVLGENTI – A AVG COS IIII» (Indulgentia Augusti Consul Quartum [zum 4. Mal Konsul]). In Linienkreis thronende Indulgentia (göttliche Personifikation der Gnade und Nachsicht), in der Linken ein Zepter (Symbol für die Herrschaft) haltend und die Rechte ausgestreckt, unter der Bodenlinie bzw. im Abschnitt «S – C» (Senatus Consultum) (auf Beschluss des Senats).
Die Regierungszeit von Kaiser Antoninus Pius, die er 138 n. Chr. im Alter von 51 antrat, gilt als Ära des Wohlstands und Friedens für das Römische Reich. Auf der Rückseite der Münze ist die Göttin der Nachsicht und Gnade abgebildet. Dies sind die Charaktereigenschaften eines idealen Herrschers, die der Kaiser mit der Darstellung dieser Gottheit veranschaulicht und propagiert. Die kaiserliche Gnade bezog sich vor allem auf den Nachlass der Steuern und den Erlass von Strafen.

Pupikofer war erster Kantonsbibliothekar und Staatsarchivar im Thurgau. In diesen Ämtern (1862–1880) beschäftigten ihn insbesondere die Buchbestände des Klosters Ittingen. Als Gründungspräsident des Historischen Vereins Thurgau war er zudem bemüht, Staatseigentümer zusammenzutragen. Darüber hinaus verfasste er eine Fülle von Schriften zur Geschichte des Thurgaus und des Bodenseeraums und war Redaktor der «Thurgauischen Beiträge zur vaterländischen Geschichte».
152–153 n. Chr.
D. 31.8 mm
Aes, Prägung
T 34629
Harold Mattingly, Edward Allen Sydenham, Antoninus Pius to Commodus (The Roman Imperial Coinage, Bd. 3), London 1930, Nr. 904.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Symbol, Mythologie, Allegorie