Münze: Sesterz des Römischen Kaiserreichs, geprägt in Rom zur Zeit von Kaiser Severus Alexander (222–235 n. Chr.)

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Vs.: Umschrift: «IMP CAES M AVR SEV ALEXANDER AVG» (Imperator Caesar Marcus Aurelius Severus Alexander Augustus). In Linienkreis drapierte Porträtbüste des Kaisers mit Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms), nach rechts.
Rs.: Umschrift: «VICTORIA AVGVSTI» (Victoria Augusti). In Perlkreis nach links schreitende Victoria (personifizierte Siegesgöttin, Schutzgöttin des römischen Kaisers), einen Palmzweig (Symbol des Siegs und Friedens) in der Linken und einen Kranz in der Rechten haltend, flankiert von «S – C» (Senatus Consultum) (auf Beschluss des Senats).
Im Alter von 13 Jahren wurde Marcus Aurelius Severus Alexander (209–235) nach der Ermordung des Vorgängers, seines Cousins Kaiser Elagabal, zum römischen Kaiser erhoben. Die Vorderseite der Münze zeigt das jugendliche bartlose Gesicht des römischen Herrschers, der sich mit den göttlichen Kräften der Siegesgöttin Victoria verbindet, was aus der Umschrift auf der Rückseite der Münze «Victoria Augusti» (die Siegesgöttin des Erhabenen (Kaisers) oder für den Erhabenen) hervorgeht. Diese Gottheit steht für den militärischen Triumph und das darauf folgende goldene Zeitalter mit Frieden und Wohlstand. Dabei kann es sich um einen zu erwartenden oder einen errungenen Sieg handeln. Diese Thematik war gegen Ende der Herrschaft von Severus Alexander aktuell, denn das Römische Reich wurde bedroht. So drangen im Osten des Imperiums die Sassaniden (eine persische Dynastie von 224 bis 651) vor, und im Norden waren germanische Stämme auf Beutezüge aus. Trotz militärischer Niederlage, aber aufgrund hoher Verluste an Soldaten des Gegners, gelang es dem Kaiser, das östliche Territorium Mesopotamien zurückzugewinnen und das Unternehmen gar als Sieg zu feiern. Sein Vorgehen zur Verteidigung der Nordgrenze hingegen endete mit seinem Tod, da der Kaiser den Frieden mit den Germanen mittels finanziellen Zuwendungen sichern wollte. Dies führte zur Ermordung von Severus Alexander durch seine Truppen.
222–231 n. Chr.
D. 22.9 mm
Aes, Prägung
T 34665
Harold Mattingly, Edward Allen Sydenham, Carol Humphrey Vivian Sutherland, Macrinus to Pupienus (The Roman Imperial Coinage, Bd. 4.2), London 1938, Nr. 620.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Mythologie, Allegorie, Symbol