Münze: Sogenannter Neutaler im Wert von 4 Franken des Kantons Luzern, geprägt in Luzern, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: In Strichelkreis Umschrift: «CANTON – LUZERN». Mit Lilienkrone bekröntes, ovales Luzerner Wappen, gerahmt mit gekordelter Schnur, auf spatenförmigem Schild, zwischen zwei Palmzweigen (Symbol des Siegs und Ruhms), unten Jahreszahl.
Rs.: In Strichelkreis Umschrift: «SCHWEIZER[ISCH]E [E über Doppelpunkt] – EIDSGENOSSEN[SCHAF]T[T über Punkt]». Stehender, nach rechts blickender Krieger in «altschweizerisch-vaterländischer Tracht» in Anlehnung an die Söldnerkleidung des 16. Jhs. mit geschlitzten Beinkleidern, geschlitztem Wams und Federhut (Freiheitssymbol) sowie eine Hellebarde in seiner Rechten haltend. Sein linker Arm liegt auf der Oberkante eines unten gerundeten Schilds mit eingezogenen Seiten, seitlich von Palmzweigen gerahmt und auf einem Podest stehend, auf dessen Stirnseite ein Feston aus Blättern verläuft. Schild mit Inschrift «XIX / CANT .» (19 Kantone), im Abschnitt die Angaben «4 . FRANKEN».

Der 1803 wiedererstandene eidgenössische Staatenbund bestand in der Mediationszeit (1803–1813) aus 19 Kantonen. Genf, Wallis und Neuenburg sind seit dem Wiener Kongress 1815 der Eidgenossenschaft angegliedert. Vorliegende Münze entstand kurz vor der Erweiterung des Staatenbunds.
Seit dem Ende des 18. Jhs. prägten eine Reihe eidgenössischer Orte, ab 1803 die Kantone, grosse Silbermünzen im Wert von 40 Batzen. Diese Münzen waren allgemein als Neutaler bekannt. Ihre Bezeichnung bezog sich ursprünglich auf die französischen Écu zu 6 livres (grosse Silbermünzen), die ab 1726 in beträchtlicher Anzahl ausgegeben worden waren. Auch in der Schweiz waren französische Écu in Umlauf, wo Ende des 18. Jhs. ein Écu zu 40 Batzen gehandelt und als Neutaler bezeichnet wurde. Die wertgleichen Stücke der eidgenössischen Orte bzw. Kantone wurden im Volksmund daher ebenfalls Neutaler genannt.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1814
D. 40 mm
Silber, Prägung
T 36083
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 63.

Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 53.

Balázs Kapossy, Freiheitsheld als liebevoller Vater, in: Zwischen Entsetzen und Frohlocken, Vom Ancien Régime zum Bundesstaat 1798–1848, Ausstellungskatalog, Bernisches Historisches Museum, Bern 1998, S. 91.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik, Militaria,