Münze: Taler des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig I. (1825–1848), aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

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Vs.: Umschrift: «LUDWIG I KOE [OE ligiert] NIG VON BAYERN – ZEHN EINE FEINE MARK». In Perl- und Linienkreis Kopf nach rechts.
Rs.: Umschrift: «SEGEN DES HIMMELS – 1828». In Perl- und Linienkreis zentrales Medaillon mit Königin Therese von Bayern, umrundet von acht kleineren Medaillons mit Bildnissen ihrer Kinder (Maximilian II., König von Bayern; Mathilde, Grossherzogin von Hessen und bei Rhein; Otto I., König von Griechenland; Luitpold, Prinzregent von Bayern; Adelgunde, Erzherzogin von Österreich; Hildegard, Erzherzogin von Österreich; Alexandra Amalia, Prinzessin von Bayern; Adalbert, Prinz von Bayern 1828–1875).
König Ludwig I. von Bayern liess ab 1825 Geldstücke prägen, die wichtige Ereignisse und Personen der Geschichte Bayerns würdigten, weshalb diese Münzen Geschichtstaler genannt wurden. Bis 1837 handelte es sich dabei nominal um Konventionstaler, danach kamen doppelte preussische Taler als Geschichtstaler in Umlauf. Den Auftakt dieser Münzserie bildete der Taler zum Gedenken an den Regierungsantritt von Ludwig I., die letzte Ausgabe unter ihm war eine Prägung anlässlich der Übergabe der Krone an seinen Sohn. Insgesamt 27 Konventions- und 14 Doppeltaler dieser Serie wurden unter Ludwig I. ausgegeben. Das vorliegende Exemplar unter dem Motto «Segen des Himmels» spielt auf die zahlreiche Nachkommenschaft des Königspaars und auf dessen Dankbarkeit gegenüber Gott an.
Der Konventionstaler wurde ab Mitte des 18. Jhs. zu 10 Stück aus der feinen Mark, der Kölner Mark zu 233 g Silber, ausgebracht. Auf vielen Konventionstalern, wie diesem Stück, steht daher die Angabe «X EINE FEINE MARK». Sein Feingewicht an Silber wiegt somit 23,385 g. 

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf (1868–1935) arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
Voigt, Carl Friedrich (1800–1874), Medailleur, Graveur, Edelsteinschneider, Stempelschneider
1828
D. 38 mm
Silber, Prägung
T 36699
Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1801–1900, Iola 2001, Nr. 386.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Andenken, Erinnerung