Münze: Wertmarke (engl. Token) im Wert von 1/4-Dollar-Stück, geprägt in Kalifornien von einem privaten Unternehmen, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Achteckige Form.
Vs.: In Strichelkreis Frauenkopf mit Diadem nach links (Allegorie der Freiheit), umgeben von 13 Sternen, darunter «1876».
Rs.: In Strichelkreis die Angaben «1/4 / DOLLAR / CAL [Kalifornien].» im Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms).
Die Entdeckung von Goldvorkommen 1848 in Kalifornien löste einen ersten grossen «Goldrausch» in den USA aus. Innerhalb kürzester Zeit machten sich unzählige Menschen vom Osten der USA auf, um in Kalifornien Gold zu schürfen. Neben Goldwäschern, Glücksrittern und Händlern kamen auch ganze Siedlerfamilien nach Kalifornien. Dies führte dazu, dass im Alltag Kleinmünzen fehlten. In diese Lücke sprangen private Schmuckfirmen, welche münzähnliche Wertmarken (engl. Token) aus Legierungen mit einem niedrigen Goldanteil produzierten. Dabei nutzten sie eine Gesetzeslücke aus, die Privaten erlaubte, Geldersatzmittel herzustellen, solange sie sich deutlich von den offiziellen US-Münzen unterschieden. 1854 eröffnete die amerikanische Bundesregierung eine neue Münzstätte in San Francisco, welche fortan die Münzversorgung Kaliforniens mit offiziellen Münzen übernahm. Die neue bundesstaatliche Gesetzgebung verbot ab 1864 endgültig die Herstellung privater Geldersatzmarken. Trotz dieser Massnahme prägten jedoch diverse Schmuckfirmen während der folgenden Jahrzehnten weiterhin solche Tokens, die auch ausserhalb Kaliforniens in den neuen Territorien des Westens umliefen und von den Bundesbehörden toleriert wurden.
Mit der achteckigen Form unterschieden sich die privaten Wertmarken von den zeitgenössischen Münzen der amerikanischen Bundesregierung.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1876
D. 10.1 mm
Gold, Prägung
T 6821
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 7.

Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1801–1900, Iola 2001, Nr. 1.8.
Schlagwörter: Numismatik, Allegorie, Symbol, Botanik

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