Münze:1- Schilling-Stück der Stadt Luzern, geprägt in Luzern, aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

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Vs.: In Strichel- uns Linienkreis Umschrift: «(Stern) MONETA (Stern) LUCERNENSIS (Stern) – . 17 (Lilienblüte) 42 .». Luzerner Wappen in barockem Schild aus Roll- und Beschlagwerk, oben gerollte Blätter und Lilienblüte im Scheitel.
Rs.: In Strichel- und Linienkreis Umschrift: «SANCT : LEODEGARI . (Punkt) (Stern)». In Kreis aus gekordelter Schnur Brustbild des hl. Leodegar mit Nimbus im Ornat eines Bischofs mit Chormantel und Pallium, Mitra und Krummstab in seiner Linken (Symbol des Bischofs als Hirte der Gläubigen), in der rechten Hand hält er einen Bohrer, sein Attribut, da der Heilige mit diesem Folterinstrument geblendet wurde.
Auf Stirnhöhe des Heiligen liegen seitliche Locken unter der hohen, in den Kreisbogen der Umschrift ragenden Mitra mit je einem Kreuz auf den Schildspitzen. Krümme des Stabs aus gerolltem Blattwerk mit Rosette am Ende.
Leodegar (um 616–678/79) war Abt in Saint-Maixent und Bischof von Autun (FRA). Aufgrund seiner Bemühungen um Reformen in der Kirche, verbannte ihn der Merowinger König Childerich II. in ein Kloster. Nach dessen Ermordung war Leodegar tatverdächtig und wurde enthauptet. Die 727 im südlichen Elsass gegründete Abtei Murbach förderte die religiöse Verehrung des Heiligen. Da dieser das Benediktinerkloster im Hof in Luzern gehörte, kam der Kult nach Luzern. Der Heilige ist der Patron des Kantons und der Stadt Luzern.

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum Thurgau eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
1742
D. 19.6 mm
Billon, Prägung
T 36079
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 18. Jahrhundert, Zürich 1974, Nr. 568.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Heraldik, Religion, Kirche