Petschaft: Runder Siegelstempel von Jean Fischer (1828–1853) aus Merenschwand und Lenzburg (AG), mit Handhabe

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Vs.: «J . F .», spiegelverkehrt, in gotischen Majuskeln, Abkürzungspunkte als Rauten gestaltet, je in einem waagrecht schraffierten Quadrat. Aussen Kreislinie.
Rs.: Gedrechselte hölzerne, schwarz lackierte Handhabe mit pilzförmigem Griff, balustriertem Schaft und abgesetztem rundem Fuss. Runde Siegelplatte aus Messing, die mit einer runden Muffe ebenfalls aus Messing und einem Metalldorn mit dem hölzernen Fuss verbunden ist. Nachträglich abgeschlagene Randstelle am Fuss zur Ausrichtung der Siegelplatte zum Siegeln.
Der Siegelstempel gehörte vermutlich Jean Fischer (1828–1853) aus Merenschwand und Lenzburg, dem Bruder von Josefine Fischer (1827–1898), die 1861 den späteren Oberrichter Karl Martin Rogg (1836–1901) ehelichte. Josefine Fischer (1827–1898) lernte ihren Ehemann im Kloster St. Katharinental beim Besuch ihrer Schwester Johanna kennen, die Mitglied des Nonnenkonvents war.
Jean Fischer war der Sohn von Johann Heinrich Fischer (1790–1861?), einem führenden liberalen Politiker seiner Zeit. Fischers Bestrebungen mündeten 1830 im Sturz der Aargauer Regierung und in der Folge in die Entfremdung von seiner Heimat, dem katholischen Freiamt, und von seiner Familie. Der Stempel blieb bis zur Übergabe ans Museum bei den Nachkommen der Familie Rogg.
Mitte 19. Jh.
L. 7.4, D. 1.8 cm
Messing, graviert; Holz, gedrechselt, schellackiert
T 8901
Verena Baumer-Müller, Ein Medizinstudium um 1850. Soziales, ökonomisches und persönliches Umfeld in Zürich, Würzburg, Prag und Wien. Am Beispiel des cand. med. Jean Fischer (1828–1853) aus Merenschwand und Lenzburg (Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen, 288), Dietikon 2001.
Schlagwörter: Sphragistik, Hauswirtschaft, Persönliche Schreiben, Kommunikation, Justiz