Fotografie: Landschaftsgemälde «Grotte mit Wasserfall» vom italienischen Maler Salvator Rosa (1615–1673), aus der Fotografie-Sammlung der Familie Bachmann, Besitzerin von Schloss Frauenfeld

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 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia
 Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia

Archiv Alinari, Florenz – Bildrechte einholen bei Fondazione Alinari per la Fotografia

Reisesouvenir in Form einer frühen Schwarz-Weiss-Fotografie eines Gemäldes mit felsiger Landschaft, belebt durch Figurenstaffage.
Bildüberschrift: «RIPRODUZIONE INTERDETTA» und -unterschrift: «(Ed.ne Alinari) P.e 2.a N.o 935. FIRENZE – R. Galleria Uffizi. Paesaggio. Grotta con cascata d'aqua. (Salvatore Rosa)».
Das Gemälde gehört zur Museumssammlung der «Gallerie degli Uffizi», benannt nach den Uffizien, einem Gebäudekomplex, wo ein Grossteil der Sammlung untergebracht ist. Die umfassende Anlage wurde Mitte des 16. Jhs. im Auftrag von Cosimo I. de' Medici (1519–1574), Herzog von Florenz und ab 1569 Grossherzog der Toskana, als zentralisierter Verwaltungssitz der Ämter und Körperschaften der Stadt erbaut und war von Anfang an mit Werken der Malerei und Bildhauerei ausgestattet. Nach dem Tod des letzten Grossherzogs der einflussreichen Familie Medici, die zu immensem Vermögen durch den Textilhandel und Bankgeschäfte gekommen war, ging ihre einzigartige Kunstsammlung an die Stadt Florenz über und wurde 1743 öffentlich zugänglich. Heute zählen die «Gallerie degli Uffizi» zu den bekanntesten westlichen Kunstmuseen. Seit 1928 hängt das Kunstwerk in der «Galleria Palatina» im Palazzo Pitti in Florenz. Dieser ehemalige Sitz der Grossherzöge der Toskana, 1919 vom regierenden italienischen König Viktor Emanuel III. (1900–1946) dem italienischen Staat übergeben, ist heute einer der vier Standorte der Uffizien, mit einem Sammlungsschwerpunkt auf der Malerei der Renaissance.

War im 18. Jh. vornehmlich der Adel auf Bildungsexpeditionen unterwegs, entwickelte sich im 19. Jh. ein Tourismus für breite Kreise, die Schwarz-Weiss-Fotografien als Erinnerungsstücke mit nach Hause brachten. Idyllische Naturansichten, antike Ruinen, Stadtveduten oder Aufnahmen von bekannten, vor Ort besichtigten Kunstwerken waren beliebte Motive. Das Geschäft mit den Lichtbildern florierte und deren Nachfrage befeuerte die rasante technische Entwicklung der Fotografie.

Das fotografische Unternehmen Alinari wurde 1852 in Florenz von Leopoldo Alinari (1832–1865) gegründet. Ab 1854 beteiligten sich seine Brüder Romualdo (1830–1890) und Giuseppe (1836–1890) an der Firma, die fortan Fratelli Alinari hiess. Sie erlangten internationale Bekanntheit durch ihre Teilnahme an der Pariser Weltausstellung von 1855. 1863 errichteten sie an der Via Nazionale (später umbenannt in Largo Fratelli Alinari) ein neues Geschäftshaus. Die Brüder spezialisierten sich auf Fotografien von Kunstwerken und Architektur und engagierten Fotografen in Florenz, Venedig, Rom, Mailand und Neapel. Diese fertigten Lichtbilder mit italienischen Baudenkmälern, Skulpturen und Malereien als Erinnerungsstücke für die Reisenden an.
1890 übernahm Vittorio Alinari (1859–1932) von seinem Vater und seinen Onkeln die Firma, die er 1920 samt 62 000 Glasplatten verkaufte. 1957 erwarb der Unternehmer und Mäzen Vittorio Cini (1885–1977) das Geschäft und ergänzte es mit Fotografie-Archiven wie jenen der Fotografen Brogi, Anderson und Fiorentini. 2020 wurde der einmalige historische Bestand Alinari an die Region Toskana und in die Stiftung Fondazione Alinari per la Fotografia (FAF) überführt. Die FAF betreibt neben dem Archiv mit digitaler Datenbank (https://www.alinari.it/it/) ein Labor zur Restaurierung historischer Fotografien, eine Werkstatt für Lichtdruck, einen Verlag und zwei Museen, eines in Florenz und eines in Triest.
Fratelli Alinari S. p. A., Fotounternehmen, 1854 gegründet in Florenz
2. Hälfte 19. Jh.
H. 39, B. 30 cm, Bildmass: H. 25, B. 19.5 cm
Schwarz-Weiss-Fotografie auf Albuminpapier, geklebt auf Karton
T 38644.1
memoria fotografica, Italienbilder aus der kunsthistorischen Fotothek, Begleitheft zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg 14.11.2014 bis 24.01.2015, Heidelberg 2014.

Venedig, Florenz, Neapel, Ein fotografisches Reisealbum – 1877, Aufnahmen von Carlo Naya, den Fratelli Alinari und Giorgio Sommer, Frankfurt am Main 2017.

Thomas Steinfeld, Fotografie, Die Welt als Vorstellung, Süddeutsche Zeitung, 29.12.2017. https://www.sueddeutsche.de/stil/fotografie-die-welt-als-vorstellung-1.3803681, aufgerufen am 20.3.2023.

Fondazione Alinari per la Fotografia, about us, archive history. https://www.alinari.it/en/about-us/archive-history, aufgerufen am 29.09.2023.

Fotostiftung Schweiz, Alinari. https://fotostiftung.ch/index/alinari/, aufgerufen am 29.09.2023.
Schlagwörter: Hauswirtschaft, Wohnen, Andenken, Reisen, Fotografie, Malerei, Landschaft