Grafik: Darstellung des hl. Hieronymus als Büsser in der Wüste

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Darstellung des knienden, langbärtigen Hieronymus in einer felsigen Höhle. Seine rechte Hand liegt auf der aufgeschlagenen Bibel und hält einen Stein, mit dem der Heilige sich kasteit. Mit seiner Linken gestikuliert er Richtung Kruzifix, vor dem ein Totenschädel liegt. Hinter dem Heiligen ruht ein lächelnder Löwe. Links im Bild Ausblick auf eine Landschaft.

Abgebildet ist der Asket Hieronymus, ein früher Christ der Spätantike, der radikal sein Leben hinter sich lässt und mit Selbstkasteiung seine menschlichen Begierden unterdrückt, um Gott möglichst nahe zu sein.
Die Darstellung von Hieronymus als Büsser in der Wüste wird ab dem späten Mittelalter zum Thema in der Kunst. Der Heilige wird dabei alleine in einer Höhle oder sonstigen Abgeschiedenheit in einer Landschaft gezeigt.
Der Kirchenvater Hieronymus (347–420) verfasste zahlreiche bedeutende religiöse Werke, darunter die sogenannte Vulgata, eine volkstümliche Übersetzung der Bibel aus dem Griechischen und Hebräischen in die lateinische Sprache. Um 370 begann er ein rigoros asketisches Leben, zuerst in Aquileia (ITA), später als Eremit in der Wüste von Aleppo (SYR), wo er in einer Höhle gelebt und wo sich auch seine Begegnung mit dem Löwen zugetragen haben soll. Gemäss der Legende habe der Heilige das Tier gesund gepflegt, worauf dieser die Weidetiere des Eremiten gehütet haben soll.
379 wurde er in Antiochia (TUR) zum Priester geweiht und kehrte 382 nach Rom zurück, wo er sich in den Dienst des Papstes stellte.
18. Jh.
H. 26, B. 19.5 cm
Kupferstich auf Büttenpapier
T 31491
Mit dem Stein in der Hand – Hans Memlings «Büßender Hieronymus», 20.07.2020. http://syndrome-de-stendhal.blogspot.com/2020/07/mit-dem-stein-in-der-hand-hans-memlings.html, aufgerufen am 24.04.2023.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Wohnen, Religion, Brauchtum