Grafik: Kleines Andachtsbild mit dem Porträt der hl. Apollonia mit Palmwedel in der rechten Hand (Attribut der Märtyrerin)

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Private Devotionalie der Volksfrömmigkeit aus der Sammlung im Pfarrhaus Mammern.
Apollonia lebte im 3. Jh. in Alexandria in Ägypten. Sie starb wahrscheinlich um 249 den Tod einer Märtyrerin. Bischof Dionysius berichtet, dass ihr die Zähne ausgeschlagen und die Kinnlade zertrümmert worden sei. Wegen dieses Martyriums wird sie bei Zahnschmerzen und -leiden angerufen und ist Schutzpatronin der Zahnärzte.

Die kleinformatigen Blätter mit magischer Heils- und Gnadenwirksamkeit dienten als Einlagen in Gebets- und Gesangsbücher, wurden in Koffer, Schränke und an Wände geklebt oder gar ins Grab gelegt. Als Amulett trug der gläubige Mensch die Bildchen zum Schutz vor bösen Kräften am Körper oder legte sie kranken Körperstellen auf.
Gleich, Michael (18. Jh.), Kupferstecher in Augsburg
Mitte 18. Jh.
H. 15.4, B. 9.4 cm
Kupferstich auf Büttenpapier, koloriert
T 30390
Das kleine Andachtsbild, Katalog der Ausstellung im Hamaland-Museum in Vreden 1982, im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer 1982, in der Galerie der Stadt Bocholt 1983, Straelen 1982.

Dieter Pack, Die historische Entwicklung des Apollonia-Kults unter besonderer Berücksichtigung des sog. «Kleinen Andachtsbildes», Dissertation, Bayerischen Julius-Maximilians-Universität zu Würzburg, Würzburg 2003. https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/589/file/pack.pdf, aufgerufem am 01.01.2022.
Schlagwörter: Druckgrafik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Religion katholisch, Brauchtum, Kirche