Münze: 1-Kreuzer-Stück des Kantons Schaffhausen, geprägt in Bern

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Vs.: Umschrift: «CANTON SCHAFFHAUSEN». In Strichelkreis Schaffhauser Wappen mit springendem Widder in Schild in Schweizer Form, zwischen Lorbeerzweigen (Symbol des Siegs und Ruhms).
Rs.: In Kranz aus Lilienblüten (Symbol der Reinheit) die Angaben «1 / KREÜZER / 1808».
Das Münzbild zeigt einen Widder (Schafbock, heraldisch für ein Schaf mit Hörnern), der auf den Namen der Siedlung Schaffhausen anspielt. In der Heraldik bezeichnet man solche Wappendarstellungen als redende Wappen. Diese deuten volksetymologisch (Anlehnung an ein ähnlich klingendes Wort) auf den Namen des Wappenträgers hin. Der Ursprung des Namens Schaffhausen lässt sich nicht eindeutig festlegen. Im 14. Jh. erscheint auf Schaffhauser Münzen erstmals der Widder, der aus dem Stadttor springt, als Wappen der Stadt.

Die Ostschweizer Kantone Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden schlossen sich 1808 zum Münzkonkordat (Frauenfelder Konkordat) zusammen. Dieses Gremium vereinbarte die Ausgabe einer bestimmten Menge an Kleinmünzen, damit die verbotenen oder abgewerteten fremden Münzen ersetzt werden konnten. Das Projekt richtete sich nach den Vorgaben der Eidgenössischen Tagsatzung, die 1803/04 festgelegt worden waren, sodass die gegenseitige Annahme der neuen Münzen durch die Vertragskantone garantiert war.
Das Unternehmen hatte keinen Erfolg, da zu wenig Münzen geprägt wurden. Zudem hätte ein Mangel an fremden Kleinmünzen den Grenzverkehr beeinträchtigt, weshalb der Thurgau wie der Kanton Schaffhausen ihre Münzprägung einstellten. Trotzdem blieben die am Konkordat beteiligten Kantone in den folgenden Jahrzehnten weiterhin in Kontakt und trafen sich bei Bedarf zu weiteren Münzkonferenzen in Frauenfeld. Erst die Übernahme des alleinigen Münzrechts durch den Bundesrat 1848 und die Einführung des neuen Schweizer Frankens 1850 brachten nach und nach Ordnung in den schweizerischen Geldumlauf, wobei noch bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs fremde Gold- und Silbermünzen ein fester Bestandteil des hiesigen Handels waren.
1808
D. 17.1 mm
Billon, Prägung
T 36281
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 153.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik, Tier

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