Münze: 3-Soldi-Stück des Kantons Tessin, geprägt in Bern oder Luzern, aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

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Vs.: In Strichelkreis Umschrift: «CANTONE – TICINO». Tessiner Wappen in Schild in Schweizer Form auf einer Leiste, darüber in angeschnittener Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms), unter der Leiste Lorbeergehänge.
Rs.: In Strichelkreis die Angaben «SOLDI / TRE / 1835» zwischen unten mit Schleife gebundenem Kranz aus Lorbeer- und Eichenzweig (letzteres ein Symbol der Stärke, Treue und Einheit).
Ab Mitte des 19. Jhs. übernahm der Bund das schweizerische Geldwesen und vereinheitlichte die Währung. Zuvor waren hunderte verschiedene Geldsorten in Gebrauch, wobei die Vielfalt der Münzen im Kanton Tessin am ausgeprägtesten war. Hier orientierte man sich noch an der Mailänder Lira (Correntlire), die einen Wert von 20 Soldi bzw. 12 Denari hatte, was dem Währungssystem entsprach, das Karl der Grosse um 800 n. Chr. eingeführt hatte.
Von 1813 bis 1841 liess der Kanton Tessin 2 241 416 3-Soldi-Stücke prägen. Ab 1851 zogen die Behörden im Tessin davon 1 098 726 und im Kanton Graubünden 31 174 Exemplare ein. Für ein 3-Soldi-Stück erhielt der Besitzer oder die Besitzerin 7 1/2 Rappen.

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum Thurgau eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
1835
D. 19.9 mm
Billon, Prägung
T 36381
Jacob Schüepp, Neue Beiträge zur Schweizerischen Münz- und Währungsgeschichte, 1700–1900, I. Teil, Das Kleingeld, Frauenfeld 1914. https://www.e-rara.ch/snm/content/zoom/27699727, aufgerufen am 30.11.2025.

Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 218.

Money Museum, Kanton Tessin, 1/2 Franken 1835. https://www.moneymuseum.com/de/muenzen?&id=427, aufgerufen am 30.11.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik

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