Münze: 40-Francs-Stück des Königreichs Frankreich, geprägt in Paris zur Zeit von König Louis-Philippe I. (1830–1848), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «LOUIS PHILIPPE I – ROI DES FRANÇAIS». In Linien- und Zahnschnittkreis Kopfporträt des Königs mit Koteletten und mit einem am Hinterkopf gebundenen Lorbeerkranz (Symbol des Siegs und Ruhms) mit in den Nacken fallenden Bändern, nach links, darunter «DOMARD . F[ECIT] .» (fecit = hat gemacht).
Rs.: In Linien- und Zahnschnittkreis dreizeilige Angabe: «40 / FRANCS / 1834» in unten mit Schleifen gebundenem Lorbeer- und Eichenkranz (Symbole des Siegs und Ruhms sowie der Stärke, Treue und Einheit), darunter «(Anker) – (fünfzackiger Stern) – A» (Anker = Zeichen von Jean-Pierre Collot, Münzmeister der Pariser Münzstätte (1821–1842), fünfzackiger Stern = Zeichen von Nicolas-Pierre Tiolier, Graveur der Pariser Münzstätte (1830–1842), A = Zeichen der Pariser Münzstätte).
Rand mit Schrift «(drei Sterne) DIEU PROTEGE LA FRANCE» (Gott schütze Frankreich).
Louis-Philippe I. (1773–1850) war von 1830 bis 1848 «König der Franzosen». Auch Bürgerkönig (Roi Citoyen oder Roi Bourgeois) genannt, war er nicht mehr wie sein Vorgänger Karl X. der König Frankreichs. Diese im Titel manifestierte Veränderung im Macht- und Regierungsverständnis war die Folge der Julirevolution 1830, aufgrund dieser Karl X. den Königsthron verlor und ins Exil musste. Louis-Philippe I., entfernt verwandt mit Karl, gab sich bürgernah und galt als Regent einer Übergangsepoche mit monarchistischer und republikanischer Prägung. Auch seine Absetzung 1848 geschah infolge einer Revolution. Er war der letzte französische König.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
Domard, Joseph-François (1792–1858), Medailleur
1834
D. 26.2 mm
Gold, Prägung
T 6873
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 36.

Albert Niederer, Die Lateinische Münzunion, Katalog sämtlicher Münzen der 5 Unionsstaaten mit gesetzlicher Gültigkeit in der Schweiz von 1852–1927, Hilterfingen 1976, Nr. 66d.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Herrschaft, Porträt, Symbol, Botanik