Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

zurück

Mit der Maus über das Bild fahren, um es zu vergrössern · Auf das Bild klicken für die Vollbildansicht · mit den Pfeiltasten oder Pfeilen navigieren

Vs.: Umschrift: «OTTO KOENIG VON BAYERN». In Perl- und Linienkreis Kopfporträt des Königs nach links, darunter «D», das Zeichen für die Münzprägestätte München.
Rs.: Umschrift: «DEUTSCHES – REICH 1913 – (Sternchen) FÜNF MARK (Sternchen)». In Perl- und Linienkreis bekrönter deutscher Reichsadler, auf Brust Wappenschildchen.
Rand: Umschrift: «GOTT (Arabeske – Tatzenkreuz – Arabeske) MIT (Arabeske – Tatzenkreuz – Arabeske) UNS (Arabeske – Tatzenkreuz – Arabeske)».
Mit der Ausrufung des Deutschen Reichs im Januar 1871 im Spiegelsaal von Schloss Versailles (FRA) entstand der deutsche Nationalstaat, der alle deutschen Monarchien und Freien Städte unter der Führung Preussens im föderalen Gesamtstaat vereinte. Nach und nach wurden auch die unterschiedlichen Währungen der Fürsten in eine einheitliche Reichswährung überführt. Als neue Währung galt die Mark zu 100 Pfennig. Während alle Kleinmünzen bis zum Wert von einer Mark ein identisches Design aufweisen, nahm man bei der Gestaltung der Silber- und Goldmünzen Rücksicht auf den föderalen Aufbau des Reichs. So zeigt die Rückseite dieser Münzen zwar jeweils den bekrönten deutschen Kaiseradler mit einem Brustschild, das Münzbild der Vorderseite war jedoch dem Teilstaat vorbehalten. Da es sich bei der Mehrzahl dieser Länder um Königreiche, Herzogtümer oder Fürstentümer handelte, erscheint üblicherweise auf der Vorderseite der Münzen jeweils das Porträt des regierenden Herrschers. Einzelne Stücke zeigen zudem die Wappen der ehemaligen Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck, welche als Freie Städte Teil des Deutschen Kaiserreichs waren.

Die Rückseite des Stücks zeigt als verbindendes Element aller deutschen Reichsmünzen jeweils den bekrönten deutschen Reichsadler, mit nach links gewandtem Kopf. Auf der Brust trägt er einen von der Kollane (Ordenskette) des Schwarzen Adlerordens umfassten Wappenschild, der den bekrönten preussischen Adler mit Zepter und Reichsapfel (Symbole der königlichen Macht) zeigt. Dieser präsentiert wiederum das in Silber und Schwarz geviertelte Wappen der Hohenzollern (regierende Dynastie in Preussen und zeitgleich auch das Herrscherhaus des Deutschen Kaiserreichs, das jeweils den deutschen Kaiser stellte). Sowohl der 1701 gegründete preussische Schwarze Adlerorden wie der Preussenadler mit Hohenzollernschild weisen auf die politische Vormachtstellung der Hohenzollern als Könige von Preussen und deutsche Kaiser innerhalb des deutschen Gesamtstaats hin.

Der Adler als kaiserliches Symbol geht auf die römische Antike zurück. Als Begleiter und Bote der höchsten römischen Gottheit, dem Jupiter Capitolinus, war er Sinnbild des kaiserlichen Machtanspruchs. Mit dem Adlerfeldzeichen der römischen Legionen verbreitete sich dieses Zeichen im ganzen Römischen Reich. Das in dessen Tradition stehende mittelalterliche Heilige Römische Reich Deutscher Nation übernahm daher den Adler als Symbol der kaiserlichen Würde. Unter Friedrich I. Barbarossa (1152–1190) erlangte der Adler den Status des Wappentiers des Reichs. 1806 kam es zur Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und 1871 zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs (1871–1918). Letzteres sah sich in der Nachfolge des mittelalterlichen Imperiums und übernahm den Adler als Wappentier. Zudem galt der Vogel in der mittelalterlichen Mythologie als der Sieger über alle anderen Tiere.

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum Thurgau eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
1913
D. 38 mm
Silber, Prägung
T 36693
Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1901–Present, Iola 2002, Nr. 512.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Heraldik, Symbol, Tier

Ähnliche Objekte 12

Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig III. (1913–1918), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1914
  • Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig III. (1913–1918), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1873
  • Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1876
  • Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1900
  • Münze: 20-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1877
  • Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1875
  • Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1903
  • Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1898
  • Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1888
  • Münze: 10-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Otto (1886–1913), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig III. (1913–1918), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1914
  • Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig III. (1913–1918), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
  • 1876
  • Münze: 5-Mark-Stück des Königreichs Bayern, geprägt in München zur Zeit von König Ludwig II. (1864–1886), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien
Historistischer, achteckiger Taufstein mit plastischen Darstellungen der Evangelisten Markus, Johannes, Matthäus und Lukas sowie der göttlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung, gehört zur Kirchenausstattung der evangelischen Kirche Neukirch-Egnach
  • 1857
  • Historistischer, achteckiger Taufstein mit plastischen Darstellungen der Evangelisten Markus, Johannes, Matthäus und Lukas sowie der göttlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung, gehört zur Kirchenausstattung der evangelischen Kirche Neukirch-Egnach