Münze: Sogenannter Neutaler im Wert von 4 Franken des Kantons Aargau, geprägt in Luzern oder Aarau

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Vs.: In Strichelkreis Umschrift: «CANTON – AARGAU – (Eichenzweig) 1812 (Eichenzweig)». Schild in Schweizer Form mit Aargauer Wappen, darüber Lilienkrone.
Rs.: In Strichelkreis Umschrift: «SCHWEIZER[ISCHE] : EIDSGENOSSENS[CHAFT] :». Stehender, nach rechts blickender Krieger in «altschweizerisch-vaterländischer Tracht» in Anlehnung an die Söldnerkleidung des 16. Jhs. mit geschlitzten Beinkleidern, geschlitztem Wams und Federhut (Freiheitssymbol) sowie eine Hellebarde mit seiner Linken greifend. Seine rechte Hand hält einen ovalen Schild, auf diesem die Inschrift «XIX / CAN / TONE» (19 Kantone), im Abschnitt die Wertangaben «4. FRANK :».
Laubrand.

Der 1803 wiedererstandene eidgenössische Staatenbund bestand in der Mediationszeit (1803–1813) aus 19 Kantonen. Genf, Wallis und Neuenburg sind seit dem Wiener Kongress 1815 der Eidgenossenschaft angegliedert.
Seit dem Ende des 18. Jhs. prägten eine Reihe eidgenössischer Orte, ab 1803 die Kantone, grosse Silbermünzen im Wert von 40 Batzen. Diese Münzen waren allgemein als Neutaler bekannt. Ihre Bezeichnung bezog sich ursprünglich auf die französischen Écu zu 6 livres (grosse Silbermünzen), die ab 1726 in beträchtlicher Anzahl ausgegeben worden waren. Auch in der Schweiz waren französische Écu in Umlauf, wo Ende des 18. Jhs. ein Écu zu 40 Batzen gehandelt und als Neutaler bezeichnet wurde. Die wertgleichen Stücke der eidgenössischen Orte bzw. Kantone wurden im Volksmund daher ebenfalls Neutaler genannt.
1812
D. 40 mm
Silber, Prägung
T 24174
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 189.

Balázs Kapossy, Freiheitsheld als liebevoller Vater, in: Zwischen Entsetzen und Frohlocken, Vom Ancien Régime zum Bundesstaat 1798–1848, Ausstellungskatalog, Bernisches Historisches Museum, Bern 1998, S. 91.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik, Militaria