Münze: Sogenannter Neutaler im Wert von 4 Franken des Kantons Luzern, geprägt in Luzern

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Vs.: In Strichelkreis Umschrift: «CANTON – LUZERN». Ovales Luzerner Wappen, gerahmt von einer gekordelten Schnur, auf spatenförmigem Schild mit passgenauer Bekrönung in Form einer Lilienkrone, zwischen zwei Palmzweigen (Symbol des Siegs und Friedens), unten Jahreszahl «1814».
Rs.: In Strichelkreis Umschrift: «SCHWEIZER[ISCH]E [E über Doppelpunkt] – EIDSGENOSSEN[SCHAF]T[T über Punkt]». Stehender, nach rechts blickender Krieger in «altschweizerisch-vaterländischer Tracht» in Anlehnung an die Söldnerkleidung des 16. Jhs. mit geschlitzten Beinkleidern, geschlitztem Wams und Federhut (Freiheitssymbol) sowie eine Hellebarde in seiner Rechten haltend. Sein linker Arm liegt auf der Oberkante eines unten gerundeten Schilds mit eingezogenen Seiten, von Palmzweigen gerahmt und auf einem Podest stehend mit Feston aus Blättern auf dessen Stirnseite. Schild mit Inschrift «XIX / CANT .» (19 Kantone), im Abschnitt die Angaben «4 . FRANKEN».

Der 1803 wiedererstandene eidgenössische Staatenbund bestand in der Mediationszeit (1803–1813) aus 19 Kantonen. Genf, Wallis und Neuenburg sind seit dem Wiener Kongress 1815 der Eidgenossenschaft angegliedert. Vorliegende Münze entstand kurz vor der Erweiterung des Staatenbunds.
Seit dem Ende des 18. Jhs. prägten eine Reihe eidgenössischer Orte, ab 1803 die Kantone, grosse Silbermünzen im Wert von 40 Batzen. Diese Münzen waren allgemein als Neutaler bekannt. Ihre Bezeichnung bezog sich ursprünglich auf die französischen Écu zu 6 livres (grosse Silbermünzen), die ab 1726 in beträchtlicher Anzahl ausgegeben worden waren. Auch in der Schweiz waren französische Écu in Umlauf, wo Ende des 18. Jhs. ein Écu zu 40 Batzen gehandelt und als Neutaler bezeichnet wurde. Die wertgleichen Stücke der eidgenössischen Orte bzw. Kantone wurden im Volksmund daher ebenfalls Neutaler genannt.
1814
D. 40.2 mm
Silber, Prägung
T 24151
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 53.

Balázs Kapossy, Freiheitsheld als liebevoller Vater, in: Zwischen Entsetzen und Frohlocken, Vom Ancien Régime zum Bundesstaat 1798–1848, Ausstellungskatalog, Bernisches Historisches Museum, Bern 1998, S. 91.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik, Militaria