Medaille: Schulprämie für Jünglinge des Königreichs Preussen, zur Zeit von König Friedrich Wilhelm III. (1797–1840), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «WIE WIRD EIN IÜNGLING SEINEN WEG UNSTRÄFLICH GEHEN ?». In dreifachem Linienkreis Leuchtturm mit Fahne und strahlender Laterne auf einem Felsen, dahinter stürmische See mit Segelboot, im Abschnitt die Angabe «PS . 119 . V . 9» (Psalm 119, Vers 9, bezieht sich auf die Umschrift).
Rs.: Umschrift: «WENN ER SICH HAE[AE ligiert]LT NACH DEINEM WORT». In dreifachem Linienkreis aufgeschlagenes Buch auf einem mit Tuch überdeckten Altar, auf der Vorderfront des Altars Chi-Rho-Monogramm, darüber das strahlende Auge Gottes, Darstellung auf Bodenplatte, im Abschnitt die Künstlersignatur «LOOS».
Emblematische Darstellung, welche die Wichtigkeit des Glaubens thematisiert.
Das Chi-Rho-Monogramm ist ein christliches Symbol, das aus den ersten beiden Buchstaben des griechischen Worts «Χ-Ρ-ΙΣΤΟΣ» (CH-R-ISTOS) besteht. Die beiden Anfangsbuchstaben zusammen sehen aus wie ein überlappendes «XP». Das Chi-Rho-Monogramm verweist auf Christus und wurde als Zeichen des Glaubens und der Macht des Christentums verwendet. Bekannt wurde das Symbol durch den römischen Kaiser Konstantin den Grossen (306–337 n. Chr.), der es auf seinen Schilden und Bannern darstellen liess. Der Legende nach hatte Konstantin vor einer entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 n. Chr. eine Vision, in der ihm das Chi-Rho-Monogramm erschien, begleitet von den Worten «In diesem Zeichen wirst du siegen».

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein Thurgau. Die vorliegende Medaille könnte aus der Familie von Kappeler stammen. Zu ihr gehört eine originale Schatulle, worauf vermerkt ist, dass «Sal. Kappeler» den vierten Preis 1822 erhalten habe. Vermutlich handelt es sich beim Genannten um Johann Salomon Kappeler, einem Frauenfelder Arzt.
Loos, Daniel Friedrich (1735–1819), Graveur, Stempelschneider, Medailleur
1822
D. 30 mm
Silber, Prägung
T 35787.1
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 60.

Klaus Sommer, Die Medaillen des königlich preussischen Hof-Medailleurs Daniel Friedrich Loos und seines Ateliers (Monographien zur Numismatik und Ordenskunde, Bd. 2), Osnabrück 1981, Nr. B 74/1.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Bildungswesen, Symbol, Religion, Andenken, Erinnerung

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