Münze: 1-Pfennig-Stück von Donauwörth oder Schongau, geprägt in der königlichen Münzstätte von Friedrich II. (1212–1250), aus der ehemaligen Sammlung von Josef Sager (1905–1964)

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Brakteat, einseitig geprägter runder Silberpfennig.

Vs.: In Wulstkreis und Bogenornament Büste des Königs von vorne, mit Krone, in den Händen je ein Kreuz haltend.
Seit dem 11. Jh. bildeten sich im Bereich des ehemaligen Karolingerreichs in Westeuropa unterschiedliche Währungsräume aus. Anstelle des karolingischen Denars (Silberpfennig), der im ganzen Herrschaftsbereich der Karolinger gültig war, traten nun unterschiedliche Pfennigsorten in Machart, Bild, Gewicht und Silbergehalt, welche exklusiv in ihren Währungsgebieten zirkulierten, dies aufgrund der zunehmenden politischen und territorialen Zerstückelung des einstigen Reichs. Jeder dieser Währungsräume wurde von einer Leitmünzstätte beherrscht, deren Pfennig (Münze/Nominal) von den umliegenden Münzstätten nachgeahmt wurde.

Aufgrund ihrer Machart wird die Münze zu den Brakteaten gezählt, welche seit dem Ende des 12. Jhs. in verschiedenen Regionen Deutschlands, der Schweiz und im Elsass geprägt wurden. Der Name Brakteat beruht auf der lateinischen Bezeichnung «bractea» für dünnes Blech. Eine Bezeichnung, die erst Ende des 17. Jhs. unter den Numismatikern aufkam, um diese Gruppe mittelalterlicher Pfennige zu benennen. Kennzeichen dieser Münzen sind die einseitige Ausprägung auf einem dünnen Silberschrötling (Münzplättchen). Das tief gravierte Bild im Prägestempel bewirkt, dass das Prägebild auf der Vorderseite der Münze ein hohes Relief aufweist, während sich auf der Rückseite der Münze – aufgrund der speziellen Prägetechnik und der geringen Dicke des Schrötlings – das Spiegelbild vertieft abzeichnet.

Das vorliegende Stück gehört zur Gruppe der Denari Augustenses (Augsburger Pfennig), deren Leitmünzstätte die bischöfliche Prägestätte in Augsburg war. Kennzeichen dieser Münzen sind die einseitige Ausprägung auf einem dünnen Silberschrötling (Münzplättchen) in der Technik der Brakteaten. Im Gegensatz zu den zeitgleichen Bodenseebrakteaten (Pfennige), welche als Erkennungsmerkmal einen Perlkreis tragen, besitzt das vorliegende Stück einen Reif, welcher mit Halbmonden besetzt ist.

Die Münze gehörte zur Sammlung von Josef Sager (1905–1964), einem Lehrer und Autodidakten aus Münchwilen. Seit den 1930er-Jahren galt Sager in der Ostschweiz als Fachmann für Numismatik. Selbst Münzsammler erwarb er mehrere Hortfunde auf dem Gebiet der Ostschweiz und bot sich zudem als Gutachter für numismatische Sammlungen an (z.B. in der Stiftsbibliothek St. Gallen).
Die Münzen und Medaillen von Josef Sager bilden in der Museumssammlung ein Konvolut aus über 600 Exemplaren. Alle Stücke wurden Josef Sager, seinen Erben oder nachfolgenden Besitzern abgekauft.
um 1250
D. 22.5 mm
Silber, Prägung
T 43627
D. Steinhilber, Geld- und Münzgeschichte Augsburgs im Mittelalter. Jahrbuch für Numismatik 5/6, 1954/1955, 5–142 Nr. 121.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt