Münze: 20-Francs-Stück des Protektorats Tunesien, geprägt in Paris zur Zeit von Bey Ali III. (1882–1902), aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: In Perl- und Gerstenkornkreis die Angaben zum Herrscher, zum Wert und zum Datum auf Arabisch.
«علی
مدة
باي
تونس
٢٠
فرنك
١٣١٠
سنة»
(Ali Muddat, Fürst von Tunesien, 20 Francs, Jahr 1310.) Die Jahreszahl bezieht sich auf den islamischen Kalender, der im Verhältnis zum gregorianischen Kalender im Jahr 622 n. Chr. beginnt und in welchem ein Jahr ca. 354 Tage aufweist).
Text zwischen Palm- und Olivenzweig (Symbole des Siegs und Ruhms sowie der Hoffnung).
Rs.: In Perl- und Gerstenkornkreis Kranz aus Arabesken, im Scheitel oben Stern, unten Sichelmond, um Rahmung aus Perlkreis zwischen Linienkreisen Angaben «TUNESIE / 20 / FRANCS / 1892», darunter «(Füllhorn) A (Liktorenbündel)». (Füllhorn = Zeichen von Jean-Louis Ruau, Münzmeister der Pariser Münzstätte (1880–1891), A = Zeichen der Pariser Münzstätte, Liktorenbündel = Zeichen von Jean Lagrange, Graveur der Pariser Münzstätte (1880–1896).
Rand: Mond und Stern im Wechsel.
Tunesien gehörte ab 1574 zum Osmanischen Reich. Ab 1705 bis 1957 wurde das Land von der Dynastie der Husainiden (Husseiniden) regiert, die den Herrschertitel eines Beys innehatten. Ab 1881 kontrollierte ein französischer Verwalter die Staatsgeschäfte der Husainiden, da Frankreich das nordafrikanische Land kolonialisierte und zu einem französischen Protektorat formte. Ali Muddat, auch Ali III. ibn al-Husayn (1817–1902), war der Bey von Tunis, der Herrscher von Tunesien. Ein Bey war im Osmanischen Reich ein Statthalter einer Unterprovinz, der einem Pascha unterstand. Die Beys von Tunis wurden im Verlauf ihrer Herrschaft immer mächtiger und unabhängiger.
Ab 1891 bis 1957 wurden tunesische Münzen in Paris geprägt.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1892
D. 21 mm
Gold, Prägung
T 6790
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 29.

Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1801–1900, Iola 2001, Nr. 227.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Symbol, Botanik