Medaille: Jubiläumsmedaille auf die 1000-Jahr-Feier des Klosters St. Ulrich und Afra in Kreuzlingen, geprägt in St. Gallen

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Vs.: Umschrift: «KREUZLINGEN». In Linienkreis Ansicht auf die Kirche des Augustinerchorherrenstifts St. Ulrich und Afra in Kreuzlingen, darüber in Halbrundschild das Wappen der Reichsabtei Kreuzlingen (lateinisches Kreuz und nach innen gekehrter Abtsstab), unten die Jahreszahl sowie das Firmenlogo (Prägestöcke) und der Name (SP = St. Galler Präge) des Herstellers, dazwischen die Feinheitsangabe des Silbers «900».
Rs.: Umschrift: «CRUCELIN – 968». In Linienkreis Ulrich I. von Kyburg-Dillingen, Bischof von Konstanz, mit der Linken den Krummstab (Symbol des Bischofs als Hirte der Gläubigen) und mit der Rechten einen Fisch haltend.
Anlass für die Ausgabe der Medaille war die 1000-Jahr-Feier von Kreuzlingen. Allerdings lässt sich der Ursprung von Kloster und Stadt nicht festlegen. Konrad von Konstanz (*um 900–975) soll den Grundstein zum späteren Kloster Kreuzlingen gelegt haben, als er dem von ihm gegründeten Hospital, dem Vorläufer des Klosters, ein Holzstück vom Kreuz Christi schenkte. Aufgrund der Reliquie wurde die Stätte Crucelin (althochdeutsch Cruzelin für Kreuzchen, Chrüzli) bezeichnet, woraus sich der Name Kreuzlingen entwickelte.
Zur eigentlichen Klosterstiftung kam es unter dem Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen. Dieser gründete 1125 das Augustinerchorherrenstift, das er unter das Patrozinium des hl. Ulrich, Bischof von Augsburg (890–973), und der hl. Afra stellte. Sowohl Ulrich I. von Kyburg-Dillingen wie der hl. Ulrich von Augsburg entstammen derselben Familie.
Die Verehrung von Ulrich von Augsburg, der auf der Rückseite der Medaille dargestellt ist, setzte kurz nach seinem Tod ein. Er wird unter anderem von Reisenden und Fischern sowie bei Wassergefahren und Überschwemmungen angerufen. Ulrich trägt den Ornat eines Bischofs und hat in der Regel einen Fisch als Attribut. Gemäss der Heiligenlegende soll sich ein Stück Fleisch in Fisch verwandelt haben. Dies geschah zugunsten von Ulrich, der sonst gegen das Gebot des freitäglichen Fleischverzichts verstossen hätte.
St. Galler Präge, Bruno und Marco Luchetta, Prägeunternehmen, gegründet 1968

Leugger, Victor, Grafiker in Kreuzlingen und Tägerwilen
1968
D. 33.4 mm
Silber, Prägung
T 38037
Fredi Hächler, Riethüsli, Geschichte und Geschichten, 2017, S. 164.

Anton Hopp, Kreuzlingen (Stift9, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version von 2002, bearbeitet am 19.09.2017. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011409/2017-09-19/, aufgerufen am 24.04.2026.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Andenken, Anlässe, Architektur, Kirche, Kloster, Religion, Tier

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